Gottesdienst am Lagerfeuer

Pfadfinderinnen gestalten letzten „Ferienfreizeit im Eimer“-Gottesdienst - auf YouTube übertragen

Dülmen - (pbm/hlm) - Das Lagerfeuer vor der „Baustelle“ der Jugendbildungsstätte der Pfadfinderinnen Sankt Georg (PSG) knistert bereits. Die Spannung unter den Akteuren auch. Denn um 19 Uhr soll der Gottesdienst beginnen. Der letzte aus der Aktion „Ferienfreizeit im Eimer“, bei der von sechs verschiedenen Orten aus live in die sozialen Medien übertragen wurde – speziell für die jugendliche Zielgruppe.

Der Start für sieben Pfadfinderinnen und einen Pfadfinder verzögert sich. Die Internetverbindung geht plötzlich auf dem Land in Daldrup in die Knie. „Bei der Generalprobe lief alles“, erzählt Johannes Grohs, Rundfunkmitarbeiter des Bistums Münster, der sich um die Technik kümmert. Endlich steht die Verbindung wieder. Diözesanleiterin Jessica Pierk heißt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf Youtube zum Gottesdienst unter dem Motto „Friede, Freude, Pfannkuchen“ willkommen.

Das Lagerfeuer ist für die Pfadfinderschaft traditionell der Treffpunkt zum Abschluss eines Tages. Dort lässt sich Revue passieren, über Gott und die Welt diskutieren oder einfach in sich vertieft die Flammen betrachten. Die Pfadfinderinnen nehmen für ihren Gottesdienst das Feuer als Sinnbild. „Es war nicht so einfach, in die Kamera zu reden, wenn man den direkten Blickkontakt mit Menschen gewöhnt ist“, bewertet Diözesankuratorin und Pastoralreferentin Katharina Fröhle das Experiment.

Laptop - Köstlich sehen die Pfannkuchen auf dem Foto aus, die Diözesanleiterin Janett Schneider in die Kamera hält. Zum Ende des Gottesdienstes wird die Pfadfinderschaft eigenhändig welche auf dem Feuer braten. (Text und Foto: Bischöfliche Pressestelle / Hartmut Levermann) Pfannkuchen - Zum Abschluss des Gottesdienstes backen Josephine Hagemann (links) und Janett Schneider Bananenpfannkuchen, während das Pfadfinderlied „Flinke Hände“ gesungen wird. (Text und Foto: Bischöfliche Pressestelle / Hartmut Levermann)

Beim Zuschauen allein belässt es die PSG nicht. Sie fordert zur aktiven Teilnahme auf und bittet über ein Abstimmungsportal um Meinungen zu den Fragen: „Was bedeutet für Dich innerer Frieden?“ und „Was hält Dich vom Frieden fern?“. Die Antworten auf die zweite Frage zeigen die Ängste und Sorgen, die aktuell bewegen: Rassismus, Egoismus, falsche Politik. Diese und weitere geäußerte Beschwernisse werden bei dem Gottesdienst in Flammen aufgehen. Pierk streut dazu Feuerfarbe ins Lagerfeuer, die die Flammen grün färbt. Rauch steigt auf und nimmt die störenden Gedanken mit. Denn nur der innere Frieden sei die Basis fürs Frieden stiften, findet Diözesanleitung Janett Schneider.

Es wird an diesem Abend viel vom inneren Frieden gesprochen. „Ich finde zu mir selbst, wenn ich mich auf den ‚Hayk‘ mache, einer Wanderung ohne genaue Planung“, verrät Fröhle ihre Art sich zu sortieren und Gedanken einzuordnen und zu bewerten. Das ist der Prozess, in dem viele Jugendlichen stecken: sich selbst finden und das persönliche Bild gestalten. Die Pastoralreferentin sieht sich dabei als Wegbegleiterin. Der Glaube sei bei der jungen Generation vorhanden. Da ist sie sich sicher. Aber es werde vieles kritisch hinterfragt, so wie es in der wichtigen Entwicklungsphase der Jugend ist. Da brauche es Stabilität, Haltepunkte und Anker. Bei der Pfadfinderschaft ist das Lagerfeuer ein geeigneter Ort für einen solchen Austausch. Und auch die Möglichkeit, die geliebten Bananen-Pfannkuchen zu backen. Mit dem im Live-Stream eingeblendeten Kochrezept lädt die PSG zum Abschluss des Gottesdienstes zum Mitbacken ein.



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