Akademie "Leopoldina" nimmt WWU-Chemiker auf

Armido Studer ist neues Mitglied im Kreis der rund 1.600 Wissenschaftler in der Gelehrtengesellschaft.


Große Ehre für einen Chemiker der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU): Die Nationale Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“ hat Prof. Dr. Armido Studer vom Organisch-Chemischen Institut kürzlich zum neuen Mitglied gewählt. Damit honoriert die Akademie seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen. "Es ist eine besondere Auszeichnung für mich, ab jetzt Teil der ältesten naturwissenschaftlich-medizinischen Gelehrtengesellschaft im deutschsprachigen Raum zu sein", betont Armido Studer.

Mit seinen Arbeiten auf dem Gebiet der Radikalchemie hat der WWU-Wissenschaftler wesentlich zur Renaissance der Chemie freier Radikale in der organischen Synthese und in der Polymerchemie beigetragen. Er nutzte Radikalwege in Ringschlussreaktionen zur Synthese interessanter Zielmoleküle, die zum Teil Anwendungspotential in der Naturstoffsynthese aufweisen. Zudem widmete er sich der umweltverträglichen zinnfreien Radikalchemie. Aufgefallen ist der Chemiker auch durch die originelle Entwicklung synthetischer Anwendungen des "TEMPO"-Radikals und verwandter Derivate. Neben seinen Beiträgen zur Chemie von Kohlenstoff-Radikalen hat er konzeptionell neue Ansätze zur Erzeugung von Silizium- und Stickstoffzentrierten Radikalen erforscht. In den vergangenen Jahren hat sich Armido Studer mit Arbeiten zur konkreten praktischen Verwendung des Elektrons als Katalysator beschäftigt – der Elektronen-Entsprechung der seit langem bekannten Protonen-Katalyse. Dieses Konzept wurde bereits in einer Reihe chemischer Reaktionen angewendet.

Der gebürtige Schweizer Professor ist seit 2004 an der der WWU. Er leitet den Sonderforschungsbereich 858 "Synergetische Effekte in der Chemie" und erhielt 2014 den Forschungspreis der WWU. Im Jahr 2016 wurde er mit einem "Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrats (ERC) ausgezeichnet, und seit 2018 ist er Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften "Leopoldina"

Die 1652 gegründete Deutsche Akademie der Naturforscher "Leopoldina" ist eine klassische Gelehrtengesellschaft. Sie wurde 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. In dieser Funktion hat sie zwei Aufgaben: die Vertretung der deutschen Wissenschaft im Ausland sowie die Beratung von Politik und Öffentlichkeit. Die rund 1.600 Akademiemitglieder kommen aus mehr 30 Ländern. Forschende werden in einem mehrstufigen Auswahlverfahren in die Akademie gewählt. Kriterium der Aufnahme sind herausragende wissenschaftliche Leistungen. Mit Armido Studer, der der Sektion "Chemie" angehört, stellt die Universität Münster nun ein weiteres "Leopoldina"-Mitglied. Derzeit zählt die WWU 22 Mitglieder und ist in der Sektion "Chemie" bereits mit Prof. Dr. Gerhard Erker und Prof. Dr. Bernt Krebs vertreten.

Titelbild: AK Studer

Zu sehen: Prof. Dr. Armido Studer




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