Washington gegen Peking

China wirft USA nach Konsulatsschließung "leichtsinnige Provokation" vor.

Nach der gegenseitigen Schließung von Konsulaten in den USA und China hat der chinesische Außenminister Wang Yi den Vereinigten Staaten die "leichtsinnige Provokation einer Konfrontation" vorgeworfen. In einem Telefonat mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian sagte Wang am Dienstag, die Beziehungen zwischen Peking und Washington stünden vor einem "Abgrund der Konfrontation", wie es in einer von seinem Ministerium veröffentlichten Mitschrift hieß. 

Wang nannte die von den USA angeordnete Schließung des chinesischen Konsulats in Houston "realitätsfremd" angesichts der Tatsache, dass die Interessen Chinas und der USA aufs Engste miteinander verwoben seien. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, auf "einseitige und hegemoniale Handlungen" nicht einzugehen. 

Zugleich sprach sich der Außenminister für eine Fortsetzung "rationaler Kommunikation" zwischen Washington und Peking aus. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass "einige anti-chinesische Elemente Jahrzehnte von erfolgreichem Austausch und Kooperation umstürzen".

Die Spannungen zwischen Washington und Peking hatten sich in den vergangenen Wochen erheblich verschärft. Am Montag hatte die Regierung in Peking als Vergeltungsmaßnahme für die von den US-Behörden erzwungene Schließung des chinesischen Konsulats in Houston die Schließung des US-Konsulats in Chengdu angeordnet. 

Die Beziehungen zwischen den USA und China sind unter anderem auch wegen des umstrittenen Sicherheitsgesetzes zu Hongkong sowie wegen jüngst verhängter US-Sanktionen gegen ranghohe Vertreter der Kommunistischen Partei Chinas wegen des Vorgehens Pekings gegen die muslimische Minderheit der Uiguren schwer belastet. 

isd/mkü

© Agence France-Presse


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