KI im Kampf gegen Kindesmissbrauch

Künstliche Intelligenz senkt die Menge an Daten, die sich Experten der Polizei ansehen müssten. Das führt zu zügigeren Ermittlungen und schneller Hilfe für Opfer.


Eine von der niedersächsischen Polizei entwickelte künstliche Intelligenz zum Kampf gegen Kinderpornos kann nun auch von den Behörden anderer Bundesländer getestet werden. Die Technologie stehe im Rahmen eines vom Bundeskriminalamt koordinierten Projekts künftig für alle interessierten Dienststellen bereit, erklärte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwochabend in Hannover. Das niedersächsische System soll große Datenmengen für die Beamten vorsortieren und pornografische Dateien von irrelevanten trennen.

Es basiert auf dem Prinzip eines lernenden sogenannten neuronalen Netzwerks, einem Konstruktionsprinzip aus dem Bereich künstlicher Intelligenz. Das System wurde vom Experten des niedersächsischen Landeskriminalamts entwickelt und wird von diesen laufend weiter "trainiert". Seit Anfang 2020 befindet es sich in Niedersachsen in einem landesweiten Testlauf. Die Software soll Ermittler bei der aufwändigen Auswertung beschlagnahmter Datenträger unterstützen.

Pistorius verwies auf aktuelle Missbrauchsfälle wie in Münster, wo ein mutmaßliches Pädophilennetz entdeckt worden war. Dabei wurden riesige Datenmengen beschlagnahmt. "Wir tun alles, um die Polizeikräfte, die sich mit kinderpornografischen Dateien befassen müssen, zu entlasten", erklärte er. Künstliche Intelligenz senke die Menge an Daten, die sich Experten der Polizei ansehen müssten. Das führe zu zügigeren Ermittlungen und schneller Hilfe für Opfer.

bro/cfm

© Agence France-Presse


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