Freiwillige des Bistums Münster

nähen Masken aus afrikanischen Stoffen und sammeln Spenden für Projektpartner in Afrika und Lateinamerika

Münster  - (pbm/acl) - Viele von ihnen haben bis vor wenigen Wochen noch soziale Projekte in Ghana, Mexiko, Tansania, Uganda, Ruanda, Südafrika und der Dominikanischen Republik unterstützt. Als weltwärts-Freiwillige des Bistums Münster, die ihr Auslandsjahr aufgrund der Corona-Pandemie abbrechen mussten, wissen sie, was ein solches Virus für ihre Partnerländer in Afrika und Lateinamerika bedeutet. Anwohner, die auf engstem Raum leben, mangelnde Hygiene, Gesundheitssysteme, die an ihre Grenzen stoßen. Für mehr als 50 aktive und ehemalige Freiwillige stand darum schnell fest: „Wir müssen helfen.“

Im Akkord nähten die jungen Frauen und Männer Mund-Nasen-Masken aus afrikanischen Stoffen und verteilten sie am 9. Mai an die Besucherinnen und Besucher des Wochenmarkts in Münster. Mit einem Infoblatt und eigenen Erfahrungsberichten machten sie auf die Situation in den Partnerprojekten aufmerksam und baten um Spenden für einen Hilfsfonds.

„Wir möchten die Menschen als Weltbürgerinnen und Weltbürger ansprechen“, erklärte Franziska Barthelt vom Referat Freiwilligendienste im Ausland des Bischöflichen Generalvikariats (BGV). Viele Projektländer stünden bei der Bekämpfung des Virus erst am Anfang: „Wenn Corona mit einem 1000-Meter-Lauf vergleichbar wäre und wir hier in Deutschland mit Glück vielleicht 500 Meter bewältigt haben, dann sind etliche Länder des Globalen Südens gerade erst aus dem Startblock raus.“ Mit ihren Kollegen Judith Wüllhorst und Sebastian Aperdannier sowie den Freiwilligen hofft Franziska Barthelt auf die solidarische Unterstützung der Menschen im Bistum Münster und verspricht: „Die Spendengelder werden zu 100 Prozent weitergeleitet.“

Viele Hilferufe aus den Projekten haben die Freiwilligen in den vergangenen Wochen erreicht. Eine kirchliche Schule in Irigina in Tansania weiß nicht, wie das Lehrpersonal und die Angestellten weiter bezahlt werden sollen. Staatliche Unterstützung gibt es nicht, die Schulgebühren seien eingestellt, seit die Schulen geschlossen seien. In Mexiko machen sich die Projektpartner Sorgen, weil die häusliche Gewalt und die Gewalt gegen Frauen drastisch zugenommen habe. 19 Millionen Menschen hätten ihren Job verloren, ein Ausnahmezustand, der schwer auszuhalten sei. Und in Ghana mangelt es wie in vielen anderen Ländern an Schutzausrüstung – sogar für die Menschen, die direkten Kontakt zu Corona-Infizierten haben. In Nordghana gebe es nicht ein einziges Test-Zentrum.

Carla Schößler aus Münster, die mit dem letzten Flieger am 22. März aus ihrer Projektstelle in Nordghana zurückgekehrt ist, weiß: „Wenn sich einer mit dem Virus ansteckt, wäre das eine Katastrophe für das ganze Dorf.“ Einen Verdachtsfall habe es bereits gegeben, als sie noch vor Ort war. „Der hat sich zum Glück nicht bestätigt“, berichtet die 18-Jährige, die in einer Grundschule mitgearbeitet hat. Weil sich das aber schnell ändern kann, sei es wichtig, für Schutzausrüstung zu sorgen. „Und das funktioniert nur über Spenden“, ist Carla Schößler überzeugt.

Wer die Projektpartner des Bistums Münster unterstützen möchte, kann eine Spende an folgendes Konto überweisen:
Bistumskasse Münster
IBAN: DE29 400 602 65000 2000 10
Zweck: 2211.02.42261 (Spendenbescheinigung unter Angabe der Adresse möglich)

Bildunterschriften:

Masken verteilen: Im Spiegelturm verteilten die Freiwilligen des Bistums Münster selbstgenähte Masken aus afrikanischen Stoffen an die Besucherinnen und Besucher des Wochenmarkts in Münster.

Verteilen: Beim Verteilen des Masken kamen die Freiwilligen mit den Besuchern über die Situationen in den Projektländern ins Gespräch.

Nähen: In Schichten nähten die Freiwilligen im benachbarten Generalvikariat Masken aus afrikanischen Stoffen.

Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann



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