Sicherheit teuer erkaufen: "nukleare Teilhabe" in der Nato

Deutschland will in den USA dafür dutzende F-18 Kampfflugzeuge kaufen, die Atombomben transportieren können


Die deutsche Bundeswehr hat keine eigenen Atomwaffen - und doch könnte sie im Ernstfall für den Einsatz dieser Vernichtungswaffen herangezogen werden. Grundlage ist das Konzept der "nuklearen Teilhabe" in der Nato. Es besagt, dass einige Nato-Mitglieder im Kriegsfall mit ihren Flugzeugen Atombomben des großen Bündnispartners USA abwerfen. Einige dieser Atomwaffen sind in Deutschland unter US-Hoheit gelagert - und zwar im Bundeswehr-Fliegerhorst bei Büchel in Rheinland-Pfalz. Deren Abzug forderten am Wochenende SPD-Politiker.

"Nukleare Teilhabe" ist ein Nato-Konzept aus den 1950-er Jahren. Damals, im Kalten Krieg, richtete es sich vor allem gegen die Sowjetunion. Mit dem Konzept demonstrierten die USA ihre Bereitschaft, ihre atomar nicht bewaffneten Nato-Partner in Europa mit den eigenen Atomwaffen zu schützen. Das Bundesverteidigungsministerium bereitet derzeit ein Milliarden-Geschäft vor, um diese "nukleare Teilhabe" zu sichern: Es will in den USA dutzende F-18 Kampfflugzeuge kaufen, die Atombomben transportieren können. Auch dies sieht die SPD kritisch.

pw/hex



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