Trotz Corona: Auf dem Steinfurter Campus tut sich was

Das Gebäudemanagement nutzt den Stillstand im Präsenzlehrbetrieb für Wartungs- und Reparaturarbeiten


Münster/Steinfurt (29. April 2020). Wo sonst jede Menge los ist, herrscht seit Wochen gähnende Leere. Davon ist auch der Steinfurter Campus der FH Münster betroffen. Wer in Zeiten von Corona dorthin fährt, begegnet nur wenigen Menschen. Denn die Hochschulgebäude sind für Studierende weiterhin geschlossen, die Mensa hat ihren Betrieb vorerst eingestellt, und viele Beschäftigte arbeiten derzeit im Homeoffice. Trotzdem tut sich was auf dem Hochschulgelände: Das Gebäudemanagement erledigt Wartungs- und Reparaturarbeiten, und diesen schließt sich zum Beispiel der Fachbereich Elektrotechnik und Informatik an.

Bänke im neuen Look: Weil die alten Sitzgelegenheiten morsch und marode waren, wurden sie aufgebessert und erneuert. (Foto: FH Münster/Katharina Kipp)

„Wir machen das Beste aus dem momentanen Stillstand, erledigen Wartungs- und Reparaturarbeiten, die ohnehin geplant waren, oder ziehen anderes vor“, sagt Andre Müller, stellvertretender Leiter des Gebäudemanagements. Weil wenig los und das Wetter zuletzt schön gewesen sei, habe man zum Beispiel die Freikühlanlage frisch gestrichen und auch einigen Fenstern einen neuen Anstrich verpasst. Müller führt über den Campus, vorbei an der Mensa und hin zum Innenhof der Gebäudeteile C, D und E. Dort fällt sofort auf: Die Bänke erstrahlen im neuen Glanz. „Die waren morsch und marode, wir haben sie aufgebessert und erneuert. Jetzt freuen wir uns auf die Zeit nach Corona, wenn man hier wieder bedenkenlos sitzen darf.“

Seit knapp zwei Wochen fertig, wegen Corona aber bislang ungenutzt: Die Sitzgelegenheit am A-Gebäude und an der Pressestelle. (Foto: FH Münster/Katharina Kipp)

Auf Besucherinnen und Besucher wartet auch die neue Sitzecke vor dem A-Gebäude. Sie ist zwar seit knapp zwei Wochen fertig, wegen Corona aber bislang ungenutzt. Außerdem neu: Die langgezogene Rampe, durch die ein barrierefreier Zugang zum Gebäude sowie zur Pressestelle, Poststelle, Mensa und zum BeST-Gebäude – das steht für „Beratung in Steinfurt“ – möglich ist. „Durch all diese Maßnahmen haben wir die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht. Jetzt sind wir gespannt, wie das bei den Studierenden ankommt“, sagt Müller – und geht weiter zum Fahrradständer, der noch kurz vor Corona einen modernen Look bekommen hat. Jetzt ist er überdacht, und gleich nebenan steht eine Luftstation, um den Reifen des Drahtesels bei Bedarf aufzupumpen. Wer Strom für das E-Bike braucht, wird ebenfalls hier und am Gebäude Grips I fündig. „Dort steht auch ein überdachter Fahrradständer. Beide haben Steckdosen, an denen man das E-Bike kostenlos aufladen kann.“

Auch der Briefkasten erstrahlt im neuen Glanz – und vermittelt einen ungefähren Eindruck, wie das neue Leitsystem auf dem Campus aussehen wird. (Foto: FH Münster/Katharina Kipp)

Es ist ruhig auf dem Steinfurter Campus in Zeiten von Corona – eine Tatsache, die das Gebäudemanagement für sich zu nutzen weiß. „Wir mussten noch ein paar Brandschutztüren einbauen. Damit sind wir im Wintersemester nicht fertig geworden. Weil jetzt keine Lehre in Präsenz stattfindet, haben wir niemanden gestört und die Türen schnell eingebaut.“ Und auch der Baulärm hinter dem S-Gebäude sorgt bei niemandem für Unmut. Dort entstehen Rohrleitungen zu einer Rigole – ein unterirdischer Speicher für Regenwasser, um dieses in einen nahegelegenen Bach umzuleiten. „Die Rigole entsteht im Innenhof der Gebäudeteile C und D. Bei Starkregen sammelt sich dort das Wasser und drückt in die Gebäude rein. Genau das wollen wir verhindern.“

Markus Pöpper, Auszubildender am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik, hilft beim Lackieren der neuen Schränke. (Foto: FH Münster/Katharina Kipp)

Nicht nur das Gebäudemanagement, auch zum Beispiel der Fachbereich Elektrotechnik und Informatik nutzt den momentanen Stillstand im Präsenzbetrieb für Verschönerungsmaßnahmen. Frank Müller etwa hat gemeinsam mit den Auszubildenden Markus Pöpper und Marcel Wahlbring neue Schränke für die Werkstatt gebaut, Bänke abgeschliffen und lackiert sowie neue Geräte angeschafft. Dazu zählt zum Beispiel ein 3D-Drucker, mit dem Pöpper prompt in die Produktion von Kopfhalterungen für Schutzvisiere eingestiegen ist. „Wir nutzen den geringen Betrieb gerade ganz gezielt, um Liegengebliebenes aufzuarbeiten oder Dinge zu erledigen, für die sonst im normalen Hochschulalltag leider die Zeit fehlt“, sagt Frank Müller am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik.

Derweil gibt Andre Müller vom Gebäudemanagement einen kleinen Ausblick über all das, was noch ansteht. Neben den großen Kern- und Fassadensanierungen – als nächstes im Gebäudeteil E 3 – gibt es auch viele kleinere Maßnahmen. „Wir planen bienenfreundliche Blumenbeete und möchten ein Bienenvolk ansiedeln. Zwischen dem S-Gebäude und den Maschinenbauern würden wir gern ein paar Bäume pflanzen, um die Aufenthaltsqualität auch auf diesem Platz deutlich zu erhöhen. Und voraussichtlich im Sommer kommt die neue Außenbeschilderung.“ Wer wissen will, wie die aussieht, erhält einen Eindruck mit Blick auf den neuen Briefkasten am A-Gebäude. Dieser ist im typischen FH-Blau, trägt das Logo der Hochschule und hat eine asymmetrische Form. „Unser neues Leitsystem ist optisch daran angelehnt“, erklärt Müller.


Titelbild: Andre Müller steht unter dem Dach des neuen Fahrradständers. Rechts daneben ist die Luftstation zu sehen. (Foto: FH Münster/Katharina Kipp)



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