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Unglaublich: Mord im Altenheim aus Egogründen - mit Kommentar

Heimbewohner mit Medikamenten getötet: Lebenslange Haft für Altenpfleger in Bremen

Gericht

Ein ehemaliger Altenpfleger wurde vom Landgericht Bremen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, da er für schuldig befunden wurde, einen Mord sowie einen Mordversuch an Heimbewohnern begangen zu haben. 

Das Gericht erachtete es als erwiesen, dass der 43-jährige Beschuldigte zwei Bewohnern eines Pflegeheims ohne deren Wissen Medikamente verabreichte, um dadurch kritische medizinische Zustände herbeizuführen. Ziel sei es gewesen, sich durch das Management dieser Notfälle beruflich in Szene zu setzen.

In einem der Fälle hatte der Verurteilte einem Patienten mit schweren Herzproblemen Insulin verabreicht, was letztlich zu dessen Tod im Krankenhaus führte. Das Gericht urteilte in diesem Fall wegen der vorbestehenden schweren Erkrankungen des Bewohners auf versuchten Mord, da eine direkte Todesursache durch das Insulin nicht eindeutig festgestellt werden konnte.

Im zweiten Fall führte die Verabreichung einer Überdosis eines Betablockers, welcher den Blutdruck und Herzschlag reduziert, zum Tod eines weiteren Bewohners. Hierbei sah das Gericht die Absicht des Angeklagten, durch das Herbeiführen solcher Notlagen seine fachliche Kompetenz unter Beweis zu stellen, als erwiesen an und wertete die Tat als vollendeten Mord.

Die Verbrechen wurden 2019 in einem Pflegeheim in Bremen verübt. Neben der lebenslangen Haftstrafe wurde vom Gericht auch die besondere Schwere der Schuld des Täters festgestellt und ein lebenslanges Berufsverbot ausgesprochen, was die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt.


Kommentar

Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf gravierende ethische Verfehlungen im Gesundheitswesen und unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Überwachungs- und Präventionsmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen. Es stellt sich die Frage, wie solche Taten lange unbemerkt bleiben konnten und was dies über die Kontrollmechanismen und die Arbeitskultur in der Pflege aussagt. 

Zudem ist die Motivation des Täters, durch die Herbeiführung von Notfällen berufliche Anerkennung zu suchen, ein alarmierendes Zeichen für mögliche psychologische und strukturelle Probleme innerhalb des Pflegesektors. Der Fall betont die Dringlichkeit, die Ausbildung und Überwachung von Pflegepersonal zu verbessern, um die Sicherheit und das Wohlbefinden von Heimbewohnern zu gewährleisten.