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Kein Ort mehr sicher in der Ukraine

Zwei ZDF-Mitarbeiter bei russischem Angriff auf Ukraine verletzt

Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Journalisten-Hotel in der ostukrainischen Stadt Charkiw sind am Samstag zwei Mitarbeiter eines ZDF-Teams verletzt worden. Die ukrainische Übersetzerin sei von Trümmerteilen getroffen worden und habe dabei schwere Verletzungen erlitten, teilte das ZDF am Sonntag mit. Ein Sicherheitsmann sei mit leichteren Verletzungen davongekommen. Getroffen wurden sie laut ZDF im Hotel "Kharkiv Palace", das vorwiegend von Journalisten genutzt werde, weil es über einen Bunker verfüge.

Das siebenköpfige Team um ZDF-Reporterin Alica Jung habe sich in dem Hotel befunden, als die Rakete in dem Gebäude einschlug, erklärte der Sender in Mainz. ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten sprach von einem "weiteren Angriff Russlands auf die freie Presse". Das ZDF werde "weiterhin über den Krieg gegen die ukrainische Zivilbevölkerung berichten". ZDF-Reporterin Alica Jung erklärte: "Es zeigt sich, dass es keinen sicheren Ort in der Ukraine mehr gibt."

Bilder eines AFP-Fotografen zeigen große Schäden an dem Hotel, das an einer Straße in Charkiws Innenstadt liegt. Ein Einschlagskrater riss die Fassade des Hochhauses über mehrere Stockwerke hinweg auf. Viele Fenster sind geborsten, die Lobby ist beschädigt, verbogene Metallteile waren auf der Straße vor dem Gebäude verstreut. 

Charkiw war in den vergangenen Tagen immer wieder zum Ziel russischer Angriffe geworden - auch am Sonntag: Regionalgouverneur Oleg Sinegubow sprach von 28 verletzten Zivilisten. Wohngebäude, Büros und Cafés seien in der Nacht zu Sonntag getroffen worden, erklärte Charkiws Bürgermeister Ihor Terechow. "Am Vorabend des Neujahrfestes wollen die Russen unsere Stadt einschüchtern, aber wir haben keine Angst", betonte Terechow. 

pw/cp