Kriegsschiff in Quarantäne

Konteradmiral befiehlt: "Niemand darf den Stützpunkt verlassen,..."


Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sollen tausende Besatzungsmitglieder vom US-Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" evakuiert werden. Der amtierende Marine-Staatssekretär Thomas Modly sagte am Mittwoch, rund tausend Seeleute hätten das am US-Stützpunkt der Pazifikinsel Guam liegende Kriegsschiff bereits verlassen. Die Zahl solle in den kommenden Tagen auf 2700 erhöht werden.

Rund tausend Besatzungsmitglieder sollen aber an Bord bleiben: "Wir können nicht und werden nicht alle Seeleute von Bord nehmen", betonte Modly. "Auf dem Schiff befinden sich Waffen, Munition, teure Flugzeuge, und es hat einen Nuklearreaktor." Insgesamt hat der Flugzeugträger eine Besatzung von rund 4800 Seeleuten. Das bedeutet, dass zu einem späteren Zeitpunkt noch 1100 von ihnen das Schiff verlassen müssen.

Das Coronavirus hatte sich auf der "USS Theodore Roosevelt" zuletzt rasch ausgebreitet. Mehr als 90 Infektionen wurden bereits bestätigt.

Die Besatzungsmitglieder sollen auf dem US-Marinestützpunkt auf Guam oder, wenn eine Coronavirus-Infektion ausgeschlossen wurde, in Hotels auf der Pazifikinsel untergebracht werden, wie Konteradmiral John Menoni am Mittwoch vor Ort sagte. "Niemand darf den Stützpunkt verlassen, wenn er nicht zuvor negativ auf Covid-19 getestet wurde."

US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte am Dienstag noch eine Evakuierung des Kriegsschiffs verweigert. Der Punkt, an dem die "USS Theodore Roosevelt" evakuiert werden müsse, sei nicht erreicht. Stattdessen würden zusätzliches medizinisches Personal und weitere Test-Sets auf das Schiff geschickt. 

Der Kommandant des Kriegsschiffes hatte Medienberichten zufolge in einem Brief an die Navy-Führung Alarm geschlagen und auf eine Evakuierung gepocht. "Die Verbreitung der Krankheit dauert an und beschleunigt sich", schrieb Kapitän Brett Crozier laut US-Zeitungen. "Wir befinden uns nicht im Krieg. Es müssen keine Seeleute sterben."

Auf der "USS Theodore Roosevelt" waren Anfang vergangener Woche zunächst drei Seeleute positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Dann steckten sich immer mehr Besatzungsmitglieder an. Der Flugzeugträger hatte vor Guam Anfang März in Vietnam angelegt. Ob sich die ersten Marinesoldaten dort ansteckten, ist aber unklar.

fs/lan

© Agence France-Presse



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