Olympia - Isabell Werth setzt auf Vernunft

Einen Boykott der Athleten findet Werth zum jetzigen Zeitpunkt nicht angebracht. "Ich halte grundsätzlich nichts von solchen Aktionen", sagte sie


Die sechsmalige Olympiasiegerin Isabell Werth setzt in der immer hitziger werdenden Diskussion um Ausrichtung oder Absage der Olympischen Spiele in Tokio auf die "Vernunft der Entscheider im IOC und in Japan". Das sagte die erfolgreichste Reiterin der Geschichte dem SID am Sonntag: "Olympia im Juli ist unmöglich, das wissen wir alle, und ich bin sicher, das IOC und die Japaner wissen das auch und arbeiten an einer Lösung."

Je nachdem, wie diese ausfalle, "kann ja dann immer noch jeder Sportler entscheiden, ob es für ihn so passt, ob das okay ist, ob das für ihn Sinn macht. Alles andere halte ich für überaktiv." 

Einen Boykott der Athleten findet Werth deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht angebracht. "Ich halte grundsätzlich nichts von solchen Aktionen", sagte sie: "Im Moment weiß doch wirklich niemand, was in den nächsten Wochen passieren wird, aber noch einmal: Olympia im Juli kann es sowieso nicht geben." 

Werth forderte das IOC und Japan allerdings erneut auf, sehr schnell ein Zeichen zu senden, alles sei "eine bessere Botschaft, als jetzt so lange an einem Standpunkt festzuhalten, der ohnehin nicht zu halten sein wird". Das IOC müsse seinen Athleten klar machen, "dass unter Hochdruck an einer Lösung gearbeitet wird. Das wäre ein klares und wichtiges Signal", sagte Werth.


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