2022 - ein Jahr der extremen Wetterphänomene

2022 war für ein Viertel der Menschheit das wärmste Jahr überhaupt

Das Jahr 2022 war für ein Viertel der Menschheit das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Neue Höchstwerte seien unter anderem in Westeuropa, China und Nahost gemessen worden, teilte das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus in seinem Jahresbericht zum Klimawandel am Dienstag mit. Demnach waren die vergangenen acht Jahre weltweit die wärmsten überhaupt.

"2022 war ein Jahr der extremen Wetterphänomene", sagte Samantha Burgess, Vizechefin des Copernicus-Dienstes zur Überwachung des Klimawandels. Dies belege, "das wir bereits unter den schlimmen Folgen des Klimawandels leiden".

Weltweit war das Jahr 2022 laut Copernicus das fünftwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, allerdings nur mit sehr geringem Abstand zu den vier noch wärmeren Jahren. Aufgrund des Wetterphänomens La Niña war es im vergangenen Jahr im Osten Australiens relativ kühl.

Die Durchschnittstemperatur war 2022 weltweit 0,3 Grad höher als in den Jahren 1991 bis 2020. Das entspricht einem Anstieg um 1,2 Grad im Vergleich zu 1850 bis 1900. Die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre ist wie in den Vorjahren weiter angestiegen, um etwa 2,1 Teile pro Million (ppm). "Es gibt keine Hinweise auf eine Verlangsamung", sagte Vincent-Henri Peuch, Direktor des zuständigen Copernicus-Dienstes.

Europa hat 2022 den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Insgesamt liegt das Jahr auf Platz zwei hinter dem Jahr 2020. Vor allem das westliche und nördliche Europa hat unter intensiven Hitzewellen gelitten. Hinzu kamen ausgedehnte Dürreperioden und zahlreiche Waldbrände. Unter anderem Deutschland und Frankreich haben die schlimmsten Waldbrände der vergangenen 20 Jahre erlebt. 

Schlimme Hitzewellen gab es auch im Frühjahr in Pakistan und Nordindien sowie im Sommer in Zentral- und Ostchina. In Pakistan kam es anschließend zu massiven Überschwemmungen. Die Eisschicht der Antarktis war im Februar 2022 so klein wie nie zuvor seit Beginn der Beobachtung per Satellit. Zu den extremen Wetterphänomenen zählen auch Überschwemmungen in Nigeria und Trockenheit am Horn von Afrika.

"Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern, muss die Gesellschaft dringend die CO2-Emissionen verringern und sich besser an den Klimawandel anpassen", betonte Burgess. 

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 (Wikipedia)hatte als Ziel festgelegt, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad, mindestens aber deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass jedes Zehntelgrad Erwärmung bereits extreme Wetterphänomene nach sich zieht.

kol/mid


© Agence France-Presse





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