Weltweit erstes Jazzmärchen erzählt über die Freundschaft

Das Familienkonzert eröffnet den Jazzfestival-Sonntag: Die Vorstellung „Herman und Rosie“ wird mit Sprecherin, Quintett und detailverliebtem Bühnenbild uraufgeführt.

Münster (SMS) Traditionell eröffnet das Familienkonzert den Jazzfestival-Sonntag im Theater Münster - in diesem Jahr mit dem weltweit ersten Jazzmärchen für Kinder. Auf der Grundlage des Bilderbuchs „Herman und Rosie“ des Autors und Illustrators Gus Gordon schuf der Bielefelder Komponist Matthias Klause-Gauster eine Bühnenadaption, die am 8. Januar ab 10.30 Uhr erstmals in Münster zu sehen ist.  

Es ist ein gefühlvolles Werk über die Freundschaft, das Alleinsein, das Leben in der Großstadt – und vor allem über die Liebe zur Musik. Ein Jazzmärchen für Menschen ab fünf Jahren wird beim Familienkonzert im Kleinen Haus visuell und akustisch Bühnengestalt annehmen. 

Erzählt wird die Geschichte von Herman, dem Krokodil, und Rosie, dem Reh. Sie wohnen im selben Block, haben sich aber noch nie gesehen - nur gehört. Herman liebt es, die Oboe zu spielen, muss jedoch als Telefonverkäufer arbeiten. Und Rosie liebt es, Jazz zu singen, verdient ihr Geld aber als Tellerwäscherin in einem Restaurant. Doch plötzlich verstummt das gewohnte Leben der beiden Protagonisten durch einen jähen Einschnitt…

Im Stadttheater Bielefeld und im dortigen Kulturzentrum Bunker Ulmenwall fanden die ersten beiden Vorstellungen des Jazzmärchens statt. In Münster gibt es nun die dritte Auflage. Die Sprecherin und Konzertpädagogin Britta Grabitzky, Team-Mitglied am Theater Bielefeld, wird mit rollenspezifisch verstellten Stimmen als Erzählerin fungieren. Und ähnlich wie bei der Vertonung von „Peter und der Wolf“ werden Protagonisten und Stimmungen durch Instrumente charakterisiert: Das Krokodil bekommt eine markante Saxofonmelodie, das Reh eine zärtliche Klavierstimme. Die melancholische Trompete steht für die Einsamkeit des Individuums, das Schlagzeug mit Hupe für den Großstadtlärm. Ein Jazz-Quintett um Matthias Klause-Gauster spielt den musikalischen Part.

Besonders charmant wird das Jazzmärchen durch das zweidimensionale Bühnenbild. Ähnlich dem chinesischen Schattenspieltheater bewegen sich die Figuren und weitere bunte Motive als Illustrationen auf einer großen Leinwand. Denn Gus Gordon montierte sein Buch aus verschiedensten Materialien - Fotoschnipseln, Zeitungsausrissen, Postkarten, Stadtplänen, Straßenschildern. In all dieser farbigen Detailverliebtheit ein echter Augenschmaus neben dem gleichzeitigen Hörgenuss der Jazzband. 


Das Familienkonzert für Kinder ab fünf Jahren ist Teil des Internationalen Jazzfestivals, das vom städtischen Kulturamt ausgerichtet wird. Es beginnt Sonntag, 8. Januar, um 10.30 Uhr im Kleinen Haus des Theaters Münster. Der Eintritt kostet 3,50 Euro für Gäste bis 16 Jahre, sieben Euro für Erwachsene. Karten gibt es an der Theaterkasse, Neubrückenstraße, Tel. 0251 / 5909-100 oder online unter www.jazzfestival-muenster.de 


Foto: Konzertpädagogin Britta Grabitzky und ein Quintett um den Pianisten Matthias Klause-Gauster gestalten mit dem Jazzmärchen „Herman und Rosie“ das Familienkonzert am Jazzfestival-Sonntag.


Stadt Münster




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