Todesdrohungen gegen Homosexuelle

Nasser Mohamed: "Habe Todesdrohungen erhalten"

Nasser Mohamed, der erste und bislang einzige öffentlich homosexuell lebende Katerer, hat laut eigener Aussage seit Beginn der Fußball-WM im Emirat Todesdrohungen erhalten. "Ich mache mir Sorgen, dass ich nach der WM, wenn dem ganzen Thema die letzte Aufmerksamkeit geschenkt wird, noch mehr gefährdet sein könnte", sagte er RTL/ntv. 

Der zurzeit in San Francisco lebende Mohamed unterstrich zudem, dass mit der schwindenden Aufmerksamkeit nach der WM eine allgemeine Zunahme von Repressionen zu befürchten sei: "Die homophobe autoritäre Diktatur in Katar denkt nicht, dass unsere LGBT-Rechte Menschenrechte sind. Sie lassen sich provozieren und warten nur darauf, bis die WM vorbei ist, um sich auf uns zu stürzen. Und genau das macht mir Sorgen."

Der WM-Gastgeber wird wegen massiver Menschenrechtsverletzung und dem Umgang mit der LGBTIQ-Gemeinschaft stark kritisiert. Auch bei der Endrunde hatte es wiederholt Einschränkungen zum Beispiel in Bezug auf die "One Love"-Armbinde einiger Kapitäne von Teilnehmerländern, darunter auch für DFB-Spielführer Manuel Neuer, gegeben. Erst am Donnerstag hatte es Andeutungen für Lockerungen in Bezug auf das Zeigen der Regenbogenfarben in Katars Stadien vonseiten des Veranstalters FIFA und der Gastgeber gegeben.

Mohamed sieht die Andeutung von mehr Freizügigkeit kritisch: Die Tatsache, dass die Regierung nun bereit sei, Besuchern Privilegien zu gewähren, habe "keinerlei Auswirkung auf die lokale LGBTQ-Gemeinschaft. Im Gegenteil: Es isoliert uns sogar noch mehr", so Mohamed.


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