Baerbock dringt auf Beteiligung Chinas an künftigen Klimaschäden

Außenministerin sieht darin Frage der Gerechtigkeit

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) fordert, dass sich auch China an der Finanzierung künftiger Klimaschäden beteiligt. Das gelte vor allem dann, wenn China "nicht bereit ist, seine eigenen Emissionen in Zukunft radikal herunterzubringen", sagte Baerbock am Donnerstag am Rande der UN-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich den Sendern RTL und ntv. Dies sei "eine Frage von Gerechtigkeit".

"Unser Reichtum, der fossile Reichtum, ist auch gebaut auf den Klimaschäden, die wir heute erleben", räumte Baerbock erneut die Verantwortung der Industriestaaten ein. Aber mittlerweile "haben wir Volkswirtschaften wie China, die sich massiv weiterentwickelt haben" und allein wegen ihrer hohen Bevölkerungszahl "zu den größten Emittenten gehören".

Daher müssten die Industriestaaten für die aufgrund vergangener Emissionen entstehenden Klimaschäden aufkommen, aber auch China "für die Schäden der Zukunft". Die Frage des Ausgleichs klimabedingter Schäden ("Loss and Damage") ist einer der Hauptstreitpunkte auf der Klimakonferenz in Scharm el-Scheich. 

Entwicklungsländer und China dringen massiv auf den Aufbau eines Fonds, in den die Industriestaaten einzahlen sollen. China selbst hat dafür aber bisher keine Bereitschaft gezeigt. EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans sprach am Donnerstag mit Blick auf die zähen Verhandlungen von einer "langen und schwierigen Reise". Auch sei noch nicht klar, wo diese hinführen werde.


bk/noe


© Agence France-Presse


                


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