Kreuz-Skandal in Münster bei G7

Münster hat seinen Kreuz-Skandal - Kreuz-Abnahme im Friedenssaal „nicht nachvollziehbar“

D:  Als „nicht nachvollziehbar“ hat das Bistum Münster das Abhängen eines historischen Kreuzes im Friedenssaal des Rathauses kritisiert. Die Maßnahme war auf Bitten des Außenministeriums in Berlin anlässlich der G7-Außenminister-Tagung im Friedenssaal erfolgt.

Das Bistum Münster werde über das Katholische Büro in Berlin „sein Befremden über die Maßnahme zum Ausdruck bringen“. Zudem wolle man das Außenministerium über das Katholische Büro „um eine offizielle Begründung der Maßnahme bitten“, heißt es in der Erklärung des Bistums vom Freitagnachmittag weiter.

Das Bistum bezieht sich auf eine Aufforderung des deutschen Außenministeriums, dass die Stadt Münster das historische Ratskreuz im Friedenssaal anlässlich der G/-Sitzung entfernen müsse. Begründet wurde dies laut Stadt Münster damit, dass Menschen mit unterschiedlichem religiösen Hintergrund an dem Treffen teilnehmen.

Verkürztes Verständnis von Toleranz

Die Maßnahme „bringt leider ein verkürztes Verständnis von Toleranz zum Ausdruck“, kommentiert das Bistum Münster. „Das Kreuz steht – auch, wenn das nicht immer eingehalten wurde und wird – für Toleranz, Friedfertigkeit und Mitmenschlichkeit. Das Kreuz steht für die Überwindung von Gewalt und Tod. Das Kreuz steht von daher genau für die Zielsetzungen, die die Außenminister mit ihrem Zusammenkommen in Münster anstreben.“

Dass die Außenminister bewusst den Friedenssaal in Münster für ihre Beratungen ausgewählt hätten und damit an die Geschichte anknüpften, begrüße man sehr. „Traditionen und damit verbundene Symbole, die Ausdruck von Werten, Haltungen und religiösen Überzeugungen sind, lassen sich aber nicht einfach ,abhängen‘“, heißt es in der Bistumserklärung weiter. „Vielmehr kann es hilfreich sein, sich damit zu befassen und auseinanderzusetzen. Das hätten wir uns gewünscht.“

In der Einschätzung sei man sich mit Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) einig, informierte das Bistum Münster weiter.

Bedauern von Außenministerin Annalena Baerbock

Ein Sprecher des Außenministeriums hatte die Maßnahme am Freitag protokollarisch begründet. Explizit betonte der Sprecher, dass Außenministerin Annalena Baerbock nicht mit der Entfernung des Kreuzes befasst gewesen sei. Baerbock selbst hat die Entscheidung, dass für das Treffen der G7-Außenminister im Friedenssaal von Münster ein zum Inventar gehörendes Kreuz entfernt wurde, inzwischen bedauert. Dies sei ausschließlich eine organisatorische, keine politische Maßnahme gewesen, sagte sie bei der Abschlusspressekonferenz am Freitagabend in Münster. Sie selbst habe davon erst am Morgen erfahren. Auch wenn der Historische Friedenssaal im Rathaus als Konferenzraum umgebaut werden musste, so hätte das Kreuz dorthin gehört. „Es wäre gut gewesen, wenn es nicht weggeräumt worden wäre“, so Baerbock.


(pm – pr) Vatikan News



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