Überweisungen in Echtzeit sind teuer

EU-Kommission will Nutzung von Sofort-Überweisungen fördern.

Die Europäische Kommission will das System von Sofort-Überweisungen (Wikipedia) in der EU stärken. In dem Zusammenhang schlug die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor, Zahlungsdienstleistern, die Überweisungen in Euro anbieten, das Anbieten von Sofortüberweisungen vorzuschreiben. Zudem sollen Anbieter von Zahlmethoden beziehungsweise Banken für Sofortüberweisungen keine höheren Gebühren erheben dürfen als für herkömmliche Überweisungen.

Bislang kosten Überweisungen in Echtzeit, die unabhängig von Tageszeit und Jahrestag weniger als zehn Sekunden dauern, oft zusätzlich - teils bis zu 30 Euro. Mit herkömmlichen Überweisungen geschickte Summen sind allgemein nach einem Tag auf dem Konto des Empfängers, aber können durch Wochenenden oder Feiertage mehr als 72 Stunden dauern. Bislang machen Sofort-Üerweisungen nur elf Prozent aller in der EU getätigten Überweisungen in Euro aus.

"Es gibt keinen Grund, warum Bürger und Unternehmen in der EU Geld nicht sofort schicken und empfangen können", erklärte EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness. Die Technologie dafür sei bereits seit 2017 vorhanden.

Mit der "Einbettung von Echtzeitüberweisungen in den europäischen Zahlungsverkehr" werde die EU um eine verbraucherfreundliche Option reicher, erklärte der SPD-Europaabgeordnete René Repasi. Auch der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber begrüßte den Vorschlag der Kommission. "Es ist im 21. Jahrhundert schlichtweg nicht mehr zeitgemäß, wenn wir die Zahlungsabwicklung in Tagen und Stunden messen müssen", teilte Ferber mit.

Mit den Vorschlägen werden sich nun das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten befassen.

mbn/pe



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