"Ohne Träume wird man traurig."

Grundsatzrede zu Krieg und Frieden

Vor einer großen Delegation von Lions-Club-Mitgliedern (Wikipedia) aus Enschede und Münster hat der Bürgermeister für den Stadtbezirk Münster Mitte, Dr. Stephan Nonhoff, im Friedenssaal des historischen Rathauses eine Grundsatzrede zu Krieg und Frieden gehalten.

An Ort und Stelle wurde im Jahr 1648 der 80-jährige Krieg zwischen dem Königreich Spanien und den aufständischen niederländischen Provinzen geschlossen - und damit die Gründung des niederländischen Staates. Parallel dazu konnte der 30-jährige Krieg beendet werden, der fast ganz Mitteleuropa erfasst und vor allem die deutschen Länder verwüstet hatte.

Nonhoff thematisierte in seiner auf niederländisch gehaltenen Ansprache die Parallelen zwischen der Situation im 17. Jahrhundert und heute. Das Besondere des Münsteraner Friedens war sein Charakter als Verhandlungsfrieden. "Erstmals in der Geschichte haben sich die Völker auf einen Kompromiss als Beendigung eines jahrzehntelangen Konflikts verständigt.

Moralisch gerecht waren die Friedensverträge nicht. Die furchtbaren Verbrechen auf allen Seiten wurden nicht gesühnt. Fast alle mussten Zugeständnisse machen. Aber dafür bekamen sie Frieden", resümierte Nonhoff und stellte die Frage: "Was wollen wir heute? Wie wollen wir zukünftig mit dem größten Land der Erde - Russland - umgehen?" Ein Dilemma, so Nonhoff. Doch wenn die Mehrheit der Menschheit daran mitwirke, unsere Zivilisation friedlich weiterzuentwickeln, unsere demokratischen Freiheiten zu beschützen und unsere Gesellschaft freundlicher und gerechter zu machen, bestünde Hoffnung auf eine bessere Welt: "Ohne Träume wird man traurig."

Die niederländischen und deutschen Gäste dankten Nonhoff für seine nachdenklichen Worte mit langem Beifall.

Foto: Bezirksbürgermeister Dr. Nonhoff (2. v. rechts) im Friedenssaal



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