Das Baden in deutschen Gewässer kann tödlich enden

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind bereits mindestens 199 Menschen in deutschen Gewässern ertrunken.

Das seien 15 Opfer mehr als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr, teilte die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Damp bei Eckernförde an der Ostsee mit. Stichtag für die Zählung war der 20. Juli.

Die meisten Unfälle passierten im Binnenland an unbewachten Gewässern. In Freigewässern wie Flüssen und Seen ertranken laut DLRG 180 Menschen, das entspricht 90 Prozent der Fälle. "Wir appellieren an die Vernunft der Menschen, nicht in völlig unbeaufsichtigten Seen und schon gar nicht in Flüssen schwimmen zu gehen", erklärte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Wenn dort etwas passiere, sei die Aussicht auf lebensrettende Hilfe oft gleich null.

In Nord- und Ostsee seien bisher vier Menschen ums Leben gekommen und damit deutlich weniger als zu diesem Zeitpunkt im vergangenen Jahr, als die Zahl schon bei 16 gelegen hatte. Vier von fünf Ertrunkenen seien männlich, hieß es weiter. 87 Verunglückte seien älter als 50 Jahre gewesen, zehn waren Kinder im Vor- oder Grundschulalter.

Da während der Pandemie weniger Kinder schwimmen lernten und nur halb so viele Rettungsschwimmer ausgebildet wurden, fürchtet Vogt um die Sicherheit an den Gewässern. Viele Freibäder suchten vergeblich Personal, und auch der DLRG sei die Besetzung der Stationen an Nord- und Ostsee vor den Sommerferien deutlich schwerer gefallen als gewöhnlich, erklärte sie.

Vogt forderte "große Anstrengungen" in der Schwimmausbildung und bei Rettungsschwimmern. Außerdem müsse die Schließung von Bädern wegen Energieknappheit im Herbst oder Winter so lange wie möglich vermieden werden.

smb/cfm



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