Vorfahrt für Rentiere

Die Volksgruppe der Samen Schwedens haben einen historischen Sieg errungen. Künftig bestimmen sie, wer auf ihrem Land jagen und fischen darf.

Bonn - (ots) - Estland - Lettland - Litauen

Die Ureinwohner des Nordens - früher Lappen genannt, heute Samen - haben selten etwas zu feiern. Das Nomadenvolk des Nordens zog immer den Kürzeren, wenn auf seinem Land Straßen, Bergwerke oder Windräder gebaut wurden. Zumal sie sich für Grenzen und Eigentum nicht groß interessierten. Das einzige, was für sie wirklich zählte, war und ist das Wohlergehen ihrer Rentiere, von denen es in Schweden etwa 300.000 gibt. Es sieht so aus, als ob die Rentiere und ihre Besitzer künftig in wichtigen Gebieten Lapplands Vorfahrt haben. Ein "Sameby" - eine Kooperative von Rentierbesitzern - hat Ende Januar 2020 einen historischen Sieg vor Gericht errungen. Zehn Jahre hatten sie prozessiert. Das Urteil passt bei weitem nicht allen - vor allem die nicht-samischen Jäger laufen Sturm. Der Sieg der einen bedeutet die Niederlage der anderen.

Das Minifeature handelt von Matthias Berg, dem wortgewaltigen Samen, der sich zehn Jahre lang mit dem schwedischen Staat anlegte und gewann, und von Lars-Ola Jannok, einem Rentierzüchter, der die Wut der Jäger zu spüren bekommt und nun Angst hat, allein in den Wald zu gehen. Dazu kommt Rückenwind für die Samen von Greta Thunberg, die eines Freitags ihren üblichen Klimastreik an den Polarkreis verlegte, und dem schwedischen Königspaar, das bei einem ihrer Lappland-Besuche Rede und Antwort stand. Im Streit um ihr eigenes Land haben die Ureinwohner Silvia und Carl Gustav auf ihrer Seite.