Überraschung: Betriebe rechnen mit Umsatzrückgängen

„Jetzt kommt es darauf an, den betroffenen Betrieben schnell und pragmatisch zu helfen, etwa durch finanzielle Überbrückungshilfen oder einfache Antragsverfahren beim Kurzarbeitergeld“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel.


- Münsterland/Emscher-Lippe-Region - Nach einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen erwartet fast die Hälfte der Unternehmen im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region Umsatzeinbußen in diesem Jahr durch die Auswirkungen des Coronavirus. Fast jedes fünfte antwortende Unternehmen geht von einem Minus von mehr als zehn Prozent aus. „Jetzt kommt es darauf an, den betroffenen Betrieben schnell und pragmatisch zu helfen, etwa durch finanzielle Überbrückungshilfen oder einfache Antragsverfahren beim Kurzarbeitergeld“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel.  

500 Unternehmen hatte die IHK gefragt. Von den 219 antwortenden Betrieben gaben 117 (54 Prozent) an, dass sie die Auswirkungen bereits spüren. „Die Betroffenheit der Wirtschaft ist greifbar“, resümiert Jaeckel.

 

Die große Mehrheit der Unternehmen erwartet, dass sich die Corona-Krise in den nächsten Wochen auf ihre Geschäfte auswirken wird. Fast die Hälfte (45 Prozent) richtet sich auf personelle Ausfälle durch Krankheit ein, 42 Prozent auf Absagen von Veranstaltungen und Messen, 29 Prozent auf einen Rückgang der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, 27 Prozent auf Lieferengpässe. Auch von Produktionsausfällen (13 Prozent) und Liquiditätsengpässen (10 Prozent) gehen einige Unternehmen bereits aus. Nur fünf Prozent der antwortenden Unternehmen erwarten in den kommenden Wochen keine Auswirkungen.

 

„Die Umfrage zeigt aber auch, dass viele Unternehmen besonnen auf die Krise reagieren“, berichtet Jaeckel weiter. 40 Prozent der Betriebe gaben zum Beispiel an, dass Dienstreisen abgesagt werden. Überrascht zeigt sich der IHK-Hauptgeschäftsführer, dass erst gut ein Drittel (37 Prozent) der Unternehmen einen betrieblichen Notfallplan haben, falls ein Mitarbeiter durch das Corona-Virus infiziert ist. „Die Anfragen, die wir derzeit per Telefon oder E-Mail erhalten, zeigen, dass Unsicherheit im Umgang mit Verdachtsfällen und Infizierten im eigenen Betrieb herrscht“, so Jaeckel. Er empfiehlt den Unternehmen, bei der Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen sowie bei der Aufstellung innerbetrieblicher Pandemiepläne vorzuarbeiten.

 

Die Auswirkungen dieser Vorsichtsmaßnahmen bekommen erste Branchen jedoch bereits zu spüren. Da Messen und Veranstaltungen aus Sorge vor Ansteckungen nicht stattfinden, brechen für viele Unternehmen ganze Geschäftsfelder weg. Das Gastgewerbe und Dienstleister wie Messebauer oder Veranstaltungsagenturen sind direkt betroffen. Aber auch die Mehrheit der Industriebetriebe rechnet durch die Absagen von Messen mit Umsatzeinbußen. Sorgen vor fehlenden Waren und Dienstleistungen haben momentan vor allem Industriebetriebe, der Handel sowie Verkehrsbetriebe.

 

Basisinformationen darüber, wie sich Unternehmen verhalten können und wo sie detaillierte Informationsquellen finden, hat die IHK auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

 

www.ihk-nw.de/coronavirus



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