Insektennacht im Venner Moor

Das große Leuchten im Venner Moor findet am 2. Juli um 22 Uhr statt.

Münster/Senden/Davensberg - (lwl) - Was ist zu sehen beim großen Leuchten in der Nacht im Venner Moor? Dieser Frage können Interessierte am Samstag (2.7.), um 22 Uhr, nachgehen. Auf den Wegen im Naturschutzgebiet Venner Moor / Dortmund-Emskanal bei Senden (Kreis Coesfeld) veranstalten das Naturkundemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld eine kostenlose Leuchtaktion. Bei der Aktion werden Insekten durch künstliches Licht angelockt, um sie zu bestimmen, den Interessierten zu zeigen, sie der Datenbank Observation.org zu melden und anschließend wieder frei zu lassen.

Das Leuchten wird im Rahmen der "Artenakademie" durchgeführt. Ins Leben gerufen wurde die "Artenakademie" vom LWL-Museum für Naturkunde und Observation.org.

"Wir möchten das Interesse an der heimischen und an der oft wenig bekannten Artenvielfalt wecken, die es dringend zu schützen gilt. Nur durch neuentfachte Begeisterung für die heimische Natur kann auch die Artenkenntnis in der Bevölkerung zurückkehren.", sagt LWL-Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs.

Alle eingefangenen Nachtfalter werden am Ende der Aktion wieder freigelassen / Jan Ole KriegsGestartet wird die Insektennacht mit einer Einführung um 22 Uhr, Treffpunkt ist der Parkplatz Venner Moor. Danach werden die Teilnehmer:innen zu den beiden Leuchtstationen geführt, die in der Dunkelheit die Nachtfalter, Käfer und anderen Insekten anlocken sollen.

Mit dem Landschaftsökologen und Insektenkenner Boczki können große und besonders auch kleine Insektenfreund:innen den Krabblern, Schwärmern und Flugkünstlern der Nacht dort auf die Spur gehen. Dazu setzt Boczki eine helle Lichtquelle ein, etwa eine Leuchstroffröhre, mit einem hohen Anteil an kurzwelligem Licht. Diese wird dann entweder auf eine ausgebreitete weiße Unterlage gestellt oder innen in einen Mückenschutz gehängt. So werden die Tiere angelockt. Bis etwa 1 Uhr wird die Beobachtung durchgeführt.

Das Museum weist alle Teilnehmenden darauf hin, dass es sich um ein schutzwürdiges Gebiet handelt und besondere Sorgfalt bei der Veranstaltung im Umgang mit dem Gebiet und den Tieren verlangt wird. "Derartige Veranstaltungen dürfen nur über eine entsprechende Befreiung von der unteren Naturschutzbehörde und dem Einverständnis des Grundstückseigentümers durchgeführt werden", so Kriegs.

Mit Stirnlampen und Handys werden die heimischen Insekten mit der App ObsIdentify erfasst / Jan Ole KriegsHintergrund: Artenakademie

Das LWL-Museum für Naturkunde führt mehrere Veranstaltungen im Rahmen der Artenakademie an verschiedenen Standorten im Münsterland durch. Die Artenakademie wird durch eine Spende der Stiftung Münster der Sparda-Bank West ermöglicht. "Interessierte sollen durch die Artenakademie die Vielfalt kennenlernen und animiert werden, gemeinsam und mit Spaß Daten für Forschung und Naturschutz zu sammeln", erklärt Kriegs. Wer teilnehmen möchte, ist dazu aufgerufen, beim Nachtleuchten die eigenen Beobachtungen über die App ObsIdentify zu speichern und so an das gemeinnützige Portal Observation.org zu melden, mit dem das Museum und viele ehrenamtliche Arbeitskreise zur Erforschung der Natur in NRW zusammenarbeiten.

Es empfiehlt sich, eine Taschen- oder Stirnlampe und ein Handy mit der App ObsIdentify mitzubringen. Wie Menschen suchen sich auch Insekten bei Regenwetter meist einen trockenen Unterschlupf. Daher weist das Museum darauf hin, dass die Insektennacht nur bei gutem Wetter stattfinden wird.

Der Mittlere Weinschwärmer (Deilephila elpenor) ist ein Schmetterling der zur Familie der Schwärmer gehört. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 45 bis 60 Millimetern / Jan Ole KriegsAnmeldung: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.



LWL

Foto: Bei der Insektennacht des Naturschutzzentrums Kreis Coesfeld e.V. und des LWL-Museums für Naturkunde können mit einem Experten die nachtaktiven Insekten beobachtet werden / Jan Ole Kriegs



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