Wissen tanken

Der Grund für das Projekt "Schlauraum" ist, dass Wasser Lehrende und Menschen in der Stadt zusammen bringen soll.

Münster (SMS) Bevor die Solaaris am Freitag (24.6.) zu ihrer letzten Fahrt als schwimmender Seminarraum des Schlauraums ablegte, wurde Kapitän Sebastian Krimphove schon etwas wehmütig. Eine Woche lang hatte er jeden Abend so ganz nebenbei den abwechslungsreichen Vorträgen rund um das Thema „Wasser“ lauschen können, während er routiniert das E-Boot über den Aasee lenkte. „Ich bin durch die Schlauraum-Fahrten zum echten Schlaumeier geworden“, schmunzelte der Schiffsführer.

Die Solaaris war einer der Publikumslieblinge des von WWU Münster, FH Münster und Münster Marketing organisierten Wissenschaftsfestivals „Schlauraum“ und schipperte jeden Abend voll besetzt über den Aasee. Die Gäste konnten viel praktisches Wissen mit nach Hause nehmen. Gleich um die Ecke präsentierte sich das Stadtbad-Mitte als spektakulärer Veranstaltungsort. Mit wunderbarem Blick durch die Panoramascheiben auf die renaturierte Aa nahmen die „Schlauraum“-Gäste auf der Tribüne Platz und lauschten den Vorträgen der Lehrenden auf der schwimmenden Bühne im spiegelglatten Wasser des Schwimmbeckens. Die Präsentation auf dem Wasser war auch für erfahrene Professorinnen und Professoren eine Premiere. Ordentlich zischen und rauchen ließ es dabei Prof. Dr. Hans-Christoph Mertins bei seiner Physikshow, die nicht nur viele Kinder begeisterte. 

Die Lichtinstallation „Über:Wasser“ von FH-Professorin Cordula Hesselbarth in der Überwasserkirche zog besonders in Kombination mit der Tanzperformance von Rebel Dance Company die Besucherinnen und Besucher in ihren Bann / Stadt Münster / Ralf Emmerich2000 Menschen im Open-Air-Hörsaal

Überhaupt war das „Schlauraum“-Publikum bunt gemischt: Ob Schülerinnen und Schüler, Seniorinnen oder Senioren – jede Altersgruppe war vertreten. Über ordentlich Zulauf konnte sich der Open-Air-Hörsaal auf der Stubengasse mit Bühne, LED-Leinwand und grünem Zimmer freuen. Nach Schätzungen des Organisationsteams haben hier während der „Schlauraum“-Woche rund 2000 Menschen auf den bunten Wissenshockern und Liegestühlen Platz genommen und den insgesamt 25 Veranstaltungen gelauscht. Es gab Zaungäste und Laufkundschaft, die den Stadtbummel spontan für eine Vorlesung unterbrachen. Viele kamen auch ganz gezielt zu den einzelnen Vorträgen und nutzten die Mittagspause für die Suppenlesung.

Eine besondere Anziehungskraft hatte die Kombination von Kunst, Wasser und Musik in der Überwasserkirche. Die Lichtinstallation „Über:Wasser“ von FH-Professorin Cordula Hesselbarth in Kombination mit der Tanzperformance von Rebel Dance Company und die Kurzkonzerte „Klänge über Wasser“ der WWU in Kooperation mit der Kirchengemeinde zogen viele hundert Besucherinnen und Besucher in ihren Bann.

Große und kleinere Formate

Nahezu ausgebucht war auch die Schleusenfahrt mit der „MS Günther“. Im Gespräch mit Matthias Fischer von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes konnten Groß und Klein viel über die Geschichte und die Technik der Schleuse lernen und live an Bord der „MS Günther“ erleben, wie der Wasserpegel in der Schleuse stieg und sank.

Mit der „MS Günther“ durch die Schleuse: Die „Schlauraum“-Gäste erfuhren bei der Fahrt über den Dortmund-Ems-Kanal viel über die Geschichte und die Technik der Schleuse / Stadt Münster / Ralf Emmerich

Neben den großen Formaten gab es viele kleinere Veranstaltungen, bei denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in familiärer Atmosphäre experimentierten, erklärten und diskutierten - zum Beispiel im Biomedizinischen Technologiezentrum der WWU, wo der Leiter Dr. Jürgen Schnekenburger mit seinem Team den Gästen hautnahen Zugang zu High-Tech-Geräten ermöglichte. Oder bei der Kescher-Aktion für Familien der NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V.

Ob große Touren oder kleine Konzepte – eines zeichnete alle Veranstaltungen aus: Es wurden Menschen aus allen Altersgruppen erreicht und viele der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezeichneten es als großartige Erfahrung, unmittelbares Feedback zu ihren Arbeiten und Forschungsthemen zu bekommen und in direkten Dialog mit der Stadtgesellschaft zu treten. 

Die NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. lud Familien zu einer spannenden Kescher-Aktion ein / Kathrin Kottke

"Unglaublicher Wissensdurst"

Beim Veranstalter-Trio aus Stadt, WWU Münster und FH Münster ist die Freude groß, das die Wissensangebote mitten in der Stadt gut angenommen wurden und die Menschen großes Interesse an den Themen und der Forschung an den Hochschulen zeigten.  „Münster zeichnet sich durch einen unglaublichen Wissensdurst aus“, kommentiert Oberbürgermeister Markus Lewe die gute Resonanz beim Wissenschaftsfestival. „Alle Generationen von Jung bis Alt folgten den interessanten Vorträgen. Viele Fragen und Diskussionen verdeutlichten, dass nicht nur zugehört wurde, sondern dass sich die Teilnehmenden auch aktiv mit den Themen auseinandergesetzt haben. Ob im Open-Air-Hörsaal, auf der Solaris auf dem Aasee oder an einem der vielen Wissenschaftsorte: zufriedene Gesichter nicht nur bei den Besucherinnen und Besuchern, sondern auch bei den Lehrenden. Das zeigt erneut: Münster ist eine starke Wissensgemeinschaft!“

"Begeisterung für Wissenschaft nicht einseitig"

"Ein Ziel des Schlauraums ist es, die Münsteranerinnen und Münsteraner für Wissenschaft zu begeistern und zu zeigen, dass Wissenschaft Spaß macht. Meiner Meinung nach ist dies unseren zahlreichen Referentinnen und Referenten hervorragend in dieser Woche gelungen!“, sagt der Präsident der FH Münster, Prof. Dr. Frank Dellmann. 

„Die WWU war bei dem Wissenschaftsfestival Schlauraum zum Thema Grund:Wasser wieder mit Begeisterung dabei. Die Resonanz der Bürgerinnen und Bürger über alle Altersgruppen hinweg, hat uns gezeigt, dass die Begeisterung nicht einseitig ist. Der Schlauraum ist ein Transferkonzept, das mitreißt und Zukunft hat. Abwechslungsreich und disziplinübergreifend macht der Schlauraum die Wissenschaft für die Gesellschaft greifbar und erlebbar. Teilhabe an der Wissensgesellschaft wird hier ganz wörtlich genommen und kommt allen Beteiligten zugute. Der stetige Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft prägt auch zukünftig das Handeln der WWU. Mein Dank gilt allen Referentinnen und Referenten der Universität, die zusammen mit unseren Kooperationspartnern von FH Münster und Stadt Münster ihr Wasserwissen haben sprudeln lassen“, so der Rektor der WWU Münster, Prof. Dr. Johannes Wessels. 

Die Fahrten mit der Solaaris über den Aasee gehörten zu den Publikumslieblingen. Christina Wulf von der FH Münster thematisierte den Wasserverbrauch beim Avocado-Anbau / Stadt Münster.Wer noch einmal viele schöne „Schlauraum“-Momente erleben möchte, wird auf den Social-Media-Kanälen von Münster Marketing fündig. Hier ist ab Sonntagabend (26.6.) der „Schlauraum“-Film zu sehen, den „Münster4Life“ gemeinsam mit Münster Marketing produziert hat: https://www.facebook.com/muenstermarketing    https://www.instagram.com/exploremuenster 

Das Wissenschaftsfestival „Schlauraum“ ist eine gemeinsame Veranstaltung von Münster Marketing, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der FH Münster, gefördert von der Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost. 



Stadt Münster

Foto: Bei der Physikshow mit Prof. Dr. Hans-Christoph Mertins im Stadtbad-Mitte zischte und brodelte es mächtig / Stadt Münster / Ralf Emmerich



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