G20-Reise für Scholz fraglich

Olaf Scholz hält sich die Reise zum G20-Gipfel trotz einer Einladung Russlands offen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hält sich eine Teilnahme am G20-Gipfel im November trotz der Einladung Russlands offen. Es sei klar, dass die Gruppe führender Wirtschaftsnationen weiter "eine große Rolle" spielen werde und eine enge Zusammenarbeit wichtig sei, sagte Scholz am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Deshalb wolle Deutschland die Arbeit in den G20 "nicht torpedieren". Er werde deshalb die Entscheidung über die Gipfel-Teilnahme erst "kurz vor der Abreise" und abhängig von der dann aktuellen Lage treffen.

Scholz verwies darauf, dass Gastgeber Indonesien neben Russlands Staatschef Wladimir Putin auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eingeladen habe. Noch sei unklar, wer an dem Treffen auf Bali tatsächlich teilnehmen werde, betonte der Kanzler. Indonesiens Präsident Joko Widodo als Organisator des G20-Treffens nimmt am Montag als einer der Gäste am G7-Gipfel auf Schloss Elmau teil.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Sonntagabend im ZDF nicht ausgeschlossen, sich beim G20-Gipfel mit Putin an einen Tisch zu setzen. "Es ist auch wichtig, ihm ins Gesicht zu sagen, was wir von ihm halten", sagte sie. "Und wir müssen sehr genau überlegen, ob wir das gesamte G20 lahmlegen." Sie plädiere nicht dafür. Dafür seien die G20 "ein viel zu wichtiges Gremium".

Den G20 gehören neben der EU 19 Industrie- und Schwellenländer an, darunter auch China, Indien, Brasilien und die Türkei. Die G20-Staaten stehen für gut 80 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung, während die G7-Staaten auf 31 Prozent kommen. Alle G7-Länder sind auch G20-Mitglieder.

mt/ans



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