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Gemeinsam gegen Hungersnot

Gegen Hunger- und Klimakrise müssen die Staats- und Regierungschefs der G7 endlich wirklich aktiv werden und konsequent handeln.

Berlin - (20. Juni 2022) - „Die Folgen der Klimakrise für den globalen Süden sind bereits jetzt verheerend. Besonders betroffen sind davon viele Länder Afrikas, wie die aktuellen langanhaltenden, extremen Dürren und Überschwemmungen erschreckend zeigen. Das ist nicht gerecht, denn diese Länder haben am wenigsten zur aktuellen Klima-Notlage beigetragen.“ erklärt Susanne Anger, Sprecherin von GEMEINSAM FÜR AFRIKA. Deshalb fordert das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA die Staats- und Regierungschefs auf, endlich ausreichende Maßnahmen zum Klimaschutz und nachhaltigerem Wirtschaften umzusetzen. Nur mit sofortigem und konsequentem Handeln könne die Klimakrise eingedämmt, soziale Ungleichheit gemindert und weitere Hungerkatastrophen in vielen Ländern des globalen Südens verhindert werden. 

Aktuell leiden 280 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent unter Hunger, über 45 Millionen in Ostafrika sogar unter extremen Hunger (WFP). Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der weltweite Hunger einen neuen Höchststand erreicht. Neben dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und unlauteren Nahrungsmittelspekulationen, sind zunehmende Wetterextreme eine der drei entscheidendsten Ursachen für Hungerkrisen.  

GEMEINSAM FÜR AFRIKA warnt vor weiteren Hungerkatastrophen in Afrika 

Die Nahrungsmittelsituation ist in einigen Regionen am Horn von Afrika, vor allem in Äthiopien, Somalia und Kenia, sowie in Mali, Tschad, Niger und Burkina Faso in Zentral- und Westafrika schon seit Längerem angespannt, im Südsudan wurden die Ernten zudem durch schwere Überschwemmungen vernichtet. Der Angriffskrieg auf die Ukraine, der damit verbundene Ausfall der Ernten in den Kornkammern Europas sowie Nahrungsmittelspekulationen treiben die Lebensmittelpreise weltweit nach oben und verschärfen die Situation zusätzlich. Einige afrikanische Länder importieren fast 90 Prozent des Getreides aus der Ukraine und Russland.  

In mehreren Regionen fehlt es bereits jetzt an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Unzählige Tiere sind in den letzten Monaten verendet, bis zu fünf Millionen Menschen sind allein in Ostafrika auf der Flucht (UN). Die Menschen brauchen dringend Unterstützung, um die kommenden Wochen und Monate zu überleben. Darum müssen von den G7-Staaten umgehend ausreichend Gelder für die Nothilfe bereitgestellt werden und auch die Entwicklungszusammenarbeit muss weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig fordert GEMEINSAM FÜR AFRIKA eine stärkere Regulierung der Nahrungsmittel-Finanztransaktionen. Zudem müssen die Gesetze zur Bekämpfung exzessiver Spekulationen endlich um- und durchgesetzt werden. Der Profit von Finanzakteur*innen dürfe nicht vor das Menschenrecht auf Nahrung gestellt werden.  

Die Klimakrise schreitet schneller voran als angenommen, möglicherweise wird die 1,5 Grad-Grenze bereits 2026 überschritten (Weltwetterorganisation WMO). Die G7-Staaten haben mehr als ein Drittel der globalen CO2-Emissionen seit 1850 produziert, stellen aber nur 10 Prozent der Weltbevölkerung. Deshalb fordert das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA von den Staats- und Regierungschefs der G7, jetzt ernsthaft Verantwortung zu übernehmen, um eine Klimakatastrophe mit unabsehbaren Folgen zu verhindern – bevor sich das noch verbleibende Zeitfenster endgültig schließt. 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA 

GEMEINSAM FÜR AFRIKA ist ein Bündnis von 14 deutschen Hilfsorganisationen unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, das sich im Rahmen einer bundesweiten Kampagne für bessere Lebensbedingungen in Afrika für mehr Klimagerechtigkeit einsetzt. Angesichts der drohenden Hungerkatastrophe verstärken die Bündnisorganisationen ihre Nothilfe vor Ort. Sie leisten Soforthilfe durch die Bereitstellung von Lebensmitteln, Saatgut, Trinkwasser und medizinischer Versorgung. In langfristig angelegten Projekten beraten sie über nachhaltige und dürreresistente Anbaumethoden sowie Möglichkeiten der Wassergewinnung, um dem Hunger in Zukunft vorzubeugen und die Folgen der Klimakrise einzudämmen. 


GEMEINSAM FÜR AFRIKA