Opfer sexueller Gewalt haben eine Stimme

Geistlicher Themenabend zum Opferschutz im St.-Paulus-Dom. Elisabeth Auchter-Mainz eröffnet Vortragsreihe in der Fastenzeit.


Münster - (pbm/mw) - „Opfer haben eine Stimme“: Zu diesem Thema spricht Elisabeth Auchter-Mainz am Mittwoch, 4. März, ab 19.30 Uhr im Münsterschen St.-Paulus-Dom. Die Opferschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen gestaltet den ersten von fünf Geistlichen Themenabenden in der Fastenzeit, deren Leitgedanke „Umkehr und Erneuerung“ ist. Der Eintritt ist frei.

Als Opferschutzbeauftragte hat Auchter-Mainz auch mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch Priester oder andere kirchliche Mitarbeiter zu tun. Als Wächterin der Opferrechte fordert sie „auch mit Blick in Richtung der katholischen Kirche für die Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind, dass sie in ihrer konkreten Situation wahr- und ernstgenommen werden.“

Für Betroffene sei es zusätzlich belastend, wenn sie erfahren oder fühlen müssten, dass sie in ihrer Situation nicht erkannt und wahrgenommen würden oder dass eine Straftat ignoriert oder bagatellisiert werde. Generell wünscht Auchter-Mainz sich „wache und achtsame Mitmenschen, die handeln und Zivilcourage zeigen, wenn andere Menschen in der Öffentlichkeit oder in ihrem persönlichen Umfeld angegriffen, verletzt, beleidigt werden.“

Die Opferschutzbeauftragte und ihr Team bekommen es mit vielfältigen Fragestellungen und Problemen zu tun. Die meisten Anliegen und Fragen erreichen sie telefonisch. „Wir hören den Menschen, die uns anrufen, erst einmal in Ruhe zu“, schildert Auchter-Mainz. Anfangs gehe es um Fragen wie: Was ist passiert? Wann ist es passiert? Was ist schon veranlasst worden? „Danach informieren wir über weitere mögliche Schritte oder lotsen zu zuständigen Behörden oder wohnortnahen Beratungsstellen“, beschreibt sie das weitere Vorgehen.

Soweit es gewünscht sei, biete man auch persönliche Gespräche an. Dabei gehe es oft um allgemeine rechtliche Fragen, etwa zur Erstattung einer Strafanzeige, zum Ablauf einer Hauptverhandlung oder zur psychosozialen Prozessbegleitung. Geäußert würden aber auch sehr konkrete Hilfsbedarfe, beispielsweise nach Unterstützungsangeboten für Frauen oder auch Männer nach häuslicher Gewalt oder anderen Straftaten. Auch bei Fragen zum Antrag nach dem Opferentschädigungsgesetz helfe sie und ihr Team.

Diesen ersten und die weiteren geistlichen Themenabende überträgt das Bistum Münster live im Internet. Interessierte können sie unter www.bistum-muenster.de und www.paulusdom.de, auf der Facebookseite des Bistums unter www.facebook.com/bistum.muenster sowie im Youtube-Kanal des Bistums unter www.youtube.com/user/BistumMuenster/live verfolgen.

Titelbild: Spricht als Interessenvertreterin von Straftaten Betroffener im Hohen Dom zu Münster: Elisabeth Auchter-Mainz (Land NRW)



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