Ganz Israel gedenkt

Israel hat am Donnerstag der sechs Millionen Opfer des Holocaust gedacht.

Am Vormittag ertönten Sirenen im Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis ermordeten Juden. Der Verkehr kam für zwei Minuten zum Stillstand. Auf den Straßen, Balkonen, vor Geschäften und Büros hielten die Menschen schweigend inne. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hält sich derzeit zu ihrem Antrittsbesuch in Israel auf.

Am Mittwoch hatte sie die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht. Tiefe Trauer und Scham empfinde sie für die Verbrechen der Nationalsozialisten, erklärte Bas nach Angaben der Bundestagspressestelle. "Deutsche haben Jüdinnen und Juden das Menschsein abgesprochen." Deutschland habe durch seine historische Schuld eine besondere Verpflichtung gegenüber Israel. 

Bas wird nach Angaben der Bundestagspressestelle am Donnerstag als erste hochrangige Repräsentantin aus Deutschland an der Zeremonie der Knesset anlässlich des Gedenktags teilnehmen, bei der die Namen von Opfern des Holocaust verlesen werden. 

Israels Regierungschef Naftali Bennett wies am Mittwoch in Yad Vashem alle Parallelen zwischen dem Holocaust und aktuellen Konflikten zurück. "Selbst die schwierigsten Kriege von heute sind nicht der Holocaust und nicht mit dem Holocaust vergleichbar", sagte er. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in einer Ansprache vor israelischen Abgeordneten vergangenen Monat den russischen Angriffskrieg gegen sein Land mit dem Holocaust verglichen.

Nach offiziellen Angaben leben in Israel noch rund 161.000 Überlebende des Holocaust. 

noe/mkü



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