Vortragsreihe über Rechtsvielfalt

Käte Hamburger Kolleg lädt zu Vortragsreihe über Rechtsvielfalt ein. Der erste Vortrag findet am 28. April statt und führt in die Welt des antiken Seehandels.

Die öffentlichen Fellow Lectures des Käte Hamburger Kollegs „Einheit und Vielfalt im Recht“ (EViR) der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster nehmen im Sommersemester 2022 epochenübergreifend Phänomene der Rechtsvielfalt und der Rechtsvereinheitlichung in den Blick. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe am 28. April führt Dr. Emilia Mataix Ferrándiz von der Universität Helsinki in die Welt des Seehandels zur Zeit der römischen Antike ein. Der englischsprachige Vortrag beginnt um 18.15 Uhr im Hörsaal JO 1, Johannisstraße 4 - Interessierte sind eingeladen. 

Das Mittelmeer in der Antike war ein von vielfältigen Rechten und Gebräuchen geprägter Raum, in dem Menschen aus unterschiedlichen Kulturen aufeinandertrafen. Die Archäologin und Rechtshistorikerin Emilia Mataix Ferrándiz untersucht, wie es Kaufleuten unter diesen Bedingungen gelang, Vertrauen aufzubauen und Handel miteinander zu treiben. Dazu zieht sie insbesondere materielle Überreste in ihre Betrachtungen ein, denn viele Deals wurden nicht vertraglich fixiert. So kann sie etwa anhand von Beschriftungen auf Tonkrügen nachvollziehen, wie die Händler Vereinbarungen trafen, bestimmte Details regelten und Verbindlichkeiten festlegten.

Prof. Dr. Dorothea Schulz vom Institut für Ethnologie der WWU wird am 5. Mai mit einem Vortrag über die Regulierung von Religion im gegenwärtigen Uganda den Bogen in die Gegenwart schlagen. Mit den Vorträgen der Düsseldorfer Historikerin Prof. Dr. Eva Schlotheuber über die Goldene Bulle am 23. Juni und der Münchener Juristin Prof. Dr. Susanne Lepsius über die Konstitutionen von Melfi am 30. Juni stehen zwei mittelalterliche Themen auf dem Programm.

Käte Hamburger Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“

Das Käte Hamburger Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“ (EViR) an der WWU wird seit 2021 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Gastwissenschaftler aus aller Welt untersuchen mit münsterschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern das dynamische Spannungsverhältnis zwischen Einheit und Vielfalt im Recht von der Antike bis zur Gegenwart. Damit wird erstmals eine systematische Untersuchung des Phänomens in seiner historischen Tiefe und über Fächergrenzen hinweg angestrebt. Neben der (Rechts-)Geschichte sind viele weitere geisteswissenschaftliche Fächer wie Ethnologie und Soziologie, Literatur- und Religionswissenschaften beteiligt. 


WWU Münster

Titelbild: Der erste Vortrag der Fellow Lectures führt in die Welt des antiken Seehandels. / © Emilia Mataix Ferrándiz - Musée départementale Arles antique



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