CDU-Vize Strobl fordert enge Abstimmung mit CSU bei Suche nach Vorsitzendem

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CDU-Vizeparteichef Thomas Strobl hat bei der Suche nach dem Kanzlerkandidaten und neuen Parteichef eine "enge Abstimmung" mit der CSU gefordert. Die Christdemokraten müssten für diese Entscheidungen "ein geordnetes Verfahren finden, innerhalb der CDU und zusammen mit der Schwester CSU", sagte der baden-württembergische CDU-Landeschef den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben).

Strobl bezeichnete es als "großes Verdienst" der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sowie von CSU-Chef Markus Söder, "dass wir zwischen den Unionsschwestern wieder ein Verhältnis haben, das so ist, wie man sich das in einer guten Familie wünscht". Deshalb müsse das Verfahren zur Suche des CDU-Chefs und Kanzlerkandidaten auch gut mit der CSU abgestimmt sein.

Am Mittwochabend war bekannt geworden, dass der Wechsel an der CDU-Spitze möglicherweise schneller vollzogen werden könnte als zunächst von Kramp-Karrenbauer geplant. Zur Neuwahl des Vorsitzenden könne "natürlich" ein Sonderparteitag einberufen werden, der vor dem für Dezember angesetzten regulären Parteitag stattfindet, hieß es aus der CDU-Bundeszentrale gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Wie und wo dieser Sonderparteitag stattfinden könnte, stehe aber noch nicht fest, verlautete weiter. 

Kramp-Karrenbauer hatte am Montag bei der Ankündigung ihres Rückzugs einen Zeitplan für die Nachfolgeregelung vorgestellt, an dem in der Union zunehmend Kritik laut geworden war. Der Plan sieht vor, bis zum Sommer einen Kanzlerkandidaten zu finden und diesen dann erst beim regulären Parteitag im Dezember zum Vorsitzenden zu wählen. Dieses Verfahren dauere viel zu lange, monierten Kritiker. 

Kramp-Karrenbauer will ab kommender Woche Gespräche mit potenziellen Nachfolgern führen, wie AFP aus Parteikreisen erfuhr. Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz ist nach Informationen der "Bild-"Zeitung bereits entschlossen, seinen Hut in den Ring zu werfen. Als weitere mögliche Anwärter gelten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet.

dja

© Agence France-Presse