Kopf-an-Kopf-Rennen in NRW

Vor der Landtagswahl in NRW liefern sich die CDU und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen liefern sich CDU und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen im größten Bundesland. Im am Sonntag vom WDR veröffentlichten NRW-Trend lagen die beiden größten Parteien nahezu gleichauf. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gab dem SPD-Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty bei einer Kundgebung in Essen Rückendeckung, während die NRW-FDP ihren Landeschef Joachim Stamp mit fast 96 Prozent im Amt bestätigte.

Nordrhein-Westfalen wählt am 15. Mai einen neuen Landtag. Da es das bevölkerungsreichste Bundesland ist, gilt die Wahl auch als wichtiger Stimmungstest für die Bundespolitik.

In der WDR-Umfrage konnte die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst im Vergleich zu Januar drei Prozentpunkte auf 31 Prozent zulegen. Fast gleichauf liegt die SPD mit Spitzenkandidat Kutschaty, die in der Umfrage von Infratest dimap zwei Punkte auf 30 Prozent zulegen konnte. 

Die Grünen gaben zwei Punkte auf 15 Prozent ab, die derzeit mit der CDU regierende FDP verlor ebenfalls zwei Punkte auf acht Prozent. Die AfD gab einen Punkt auf sieben Prozent ab, die Linke würde mit vier Prozent (plus 1) die Rückkehr in den Düsseldorfer Landtag verpassen. 

In der Frage nach dem bevorzugten Ministerpräsidenten liegt Wüst mit 40 Prozent zwar klar vor Kutschaty, der auf 27 Prozent Zustimmung kommt. Allerdings konnte Kutschaty seinen Rückstand auf den Amtsinhaber deutlich verringern. Während Wüst drei Punkte abgab, gewann der SPD-Herausforderer seit Januar sechs Punkte hinzu. Ein Drittel der Wahlberechtigten in Nordrhein-Westfalen kann sich derzeit für keinen von beiden entscheiden.

Obwohl die CDU leicht vorne liegt und Wüst deutlich vorne liegt wünscht sich fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) einen Regierungswechsel hin zu einer SPD-geführten Landesregierung. Nur 33 Prozent wollen, dass die CDU weiter den Ministerpräsidenten stellt.

Scholz sicherte in Essen Kutschaty seine volle Unterstützung zu. "Zum Wahltag werden sich viele ihre Meinung gebildet haben und ganz viele, davon bin ich sehr überzeugt, werden ihr Kreuz bei der SPD machen", sagte Scholz beim Auftakt der heißen Wahlkampfphase. 

Scholz lobte Kutschaty als "Mann mit klaren Plänen und klugem Verstand". Der SPD-Spitzenkandidat wisse, worum es gehe, "wenn man ein so großes Industrieland wie Nordrhein-Westfalen führen will". Der SPD-Politiker sei aber auch "jemand mit dem Herz auf dem richtigen Fleck, der weiß, dass es auch gerecht zugehen muss".

Kutschaty sagte mit Blick auf seine Pläne, "es gibt eine ganze Menge anzupacken." Er nannte vor allem den Umstieg auf erneuerbare Energien, den Wohnungsbau und die Schulen. Es gehe nun darum, die Bevölkerung zu überzeugen, dass die Sozialdemokraten "die bessere Regierung in Nordrhein-Westfalen stellen" könnten.

FDP-Landeschef Stamp, der stellvertretender Ministerpräsident ist, wurde in Duisburg mit 95,96 Prozent im Amt bestätigt. Auf seinen Vorschlag hin wurde Moritz Körner zum neuen Generalsekretär der NRW-FDP gewählt. Körner folgt auf Johannes Vogel, der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP leitet aber noch die Kampagne zur Landtagswahl. 

ran/hcy



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