Die Leute guckten mich komisch an

Die Affenlaute auf Schalke haben in Deutschland eine Rassismus-Debatte ausgelöst. Viele Spieler teilen nun ihre Erlebnisse mit. So auch Streli Mamba.


Fußballprofi Streli Mamba vom Bundesligisten SC Paderborn hatte als Spieler von Energie Cottbus im Alltag immer wieder mit Rassismus zu kämpfen. "Ich habe mit der Zeit tolle Menschen kennengelernt. Aber Fakt ist auch: Wenn die Leute mich als dunkelhäutigen Menschen in einem schicken Auto gesehen haben, haben sie komisch geguckt", sagte der gebürtige Kongolese 11freunde.de.

Mamba floh mit seiner Familie aus Afrika und lebte in einer Container-Unterkunft, bis er sieben Jahre alt war. Nach Engagements in Freiberg am Neckar und Sandhausen wechselte der Stürmer 2016 nach Cottbus. "Ich bin am Hauptbahnhof ausgestiegen und dachte nur: 'Wo bin ich hier denn gelandet?'", so Mamba: "Die Leute guckten mich komisch an, es war grau, im Vergleich zum Südwesten wirkte alles etwas verkrampft."

Es sei auch zu rassistischen Beleidigungen gekommen. "Einmal wartete ich am Bürgersteig auf einen Freund, der mich mit dem Auto abholen wollte. Dann kam gleich ein Typ an: 'Gehen Sie sofort von meinem Grundstück'. Ich meinte nur: 'Hä? Ich stehe doch auf dem Bürgersteig und warte nur kurz.' Dann wurde es gleich ernst: 'Gehen Sie hier weg. Hauen Sie ab. Gehen Sie dahin, wo Sie herkommen.'"

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