Mehrere Brücken in Münster werden gescannt

Das Amt für Mobilität und Tiefbau unterstützt die Datensammlung für die Forschung.

Münster - (SMS) - Zur Erreichung des städtischen Zieles, bis 2030 klimaneutral zu werden, muss auch die Ökobilanz im Bausektor besser werden. Es gilt, mineralische Naturstoffe wie Sand und Kies einzusparen und Bauabfälle wiederzuverwerten. Um ressourcenschonende Verfahren zu entwickeln, muss zuerst eine Bestandsaufnahme her. Deshalb werden am Donnerstag, 24. März, im Zeitraum von 9 Uhr bis 16 Uhr mehrere Brücken in Münster gescannt.

Für mehr Klimaschutz ist eine Strategie erforderlich, die den gesamten Kreislauf der Wertstoffe von Planung und Bau über die Instandhaltung bis zu Rückbau und Entsorgung in den Blick nimmt. Das Amt für Mobilität und Tiefbau arbeitet gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis im Projekt "Ressourcenplan kommunaler Tiefbau" (RekoTi) daran, die mineralischen Stoffkreisläufe im kommunalen Tiefbau zu schließen. So sollen zum Beispiel Baureste und Schlacken wiederverwertet werden. Untersucht werden die besonders ressourcen- und kostenintensiven Bereiche, nämlich Verkehrsflächen, Abwasserkanäle und Brücken. Die Lösungsansätze sollen später auch auf andere Kommunen übertragbar sein.

Die digitale Vermessung der Brücken findet in Kooperation mit Mitarbeitenden des Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum und des Instituts für Infrastruktur - Wasser - Ressourcen - Umwelt (IWARU) der Fachhochschule Münster statt.  "Die ausgewählten Brücken haben alle ihren eigenen Charme", so Maria Koordt, projektverantwortliche Mitarbeiterin im Amt für Mobilität und Tiefbau. "Sie sind unterschiedlich groß und haben verschiedene Bauwerksarten. Auch hinsichtlich ihrer Materialen stellen sie eine repräsentative Auswahl unserer Brücken in Münster dar." 

Lukas Tammen, Projektmitarbeiter vom IWARU, bestätigt: "Münster bietet eine große Menge an Brücken der verschiedensten Tragwerkstypen, was für uns hinsichtlich der Massenberechnung sehr herausfordernd ist. Daher konzentrieren wir uns zunächst auf die am häufigsten vorkommenden balken- und plattenartigen Tragwerke und dabei speziell auf die Plattenbrücken, die einen Anteil von rund 30 Prozent aller Münsteraner Brücken ausmachen."

Mit Hilfe von Laserscans werden geometrisch exakte und fotorealistische Abbildungen der Brücken angefertigt. Diese werden genutzt, um einen digitalen Zwilling des Bauwerks zu erzeugen, ein BIM-Modell (benannt nach der Planungsmethode "Building Information Modeling"). Mit Hilfe der BIM-Modelle können dann weitere Massen- und Mengenberechnungen durchgeführt werden. Am Beispiel der Brücken wird geprüft, ob das Verfahren geeignet ist, den Materialbestand der gebauten Infrastruktur von Münster zu erfassen.

Die in Münster erhobenen Daten werden außerdem für das EU-Projekt "Bestandsmodellierung von Gebäuden und Infrastrukturbauwerken Mittels KI zur Generierung von Digital Twins (BIMKIT)" zur Verfügung gestellt. Hier arbeiten die Forschenden daran, Bestandsmodelle von Bauwerken mit Hilfe von Punktwolken möglichst automatisiert zu erzeugen. 


Stadt Münster

Titelbild: So sieht eine Brücke aus, die nach einem digitalen Aufmaß modelliert wurde. Grafik: Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum. 



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