Die Schilddrüse spielt verrückt

Schlafstörungen und Unruhe können Zeichen für eine erkrankte Schilddrüse sein: Oft werden die Symptome mit typischen Altersbeschwerden verwechselt

(djd). Mit zunehmendem Alter häufen sich bei vielen Menschen die Zipperlein. Doch nicht immer sind unspezifische Beschwerden wie Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Unruhe, Herzprobleme, Schwäche oder Antriebslosigkeit allein auf die Anzahl der Lebensjahre zurückzuführen. Sie können genauso gut Anzeichen einer Schilddrüsenerkrankung sein.  

Wer unter "Altersbeschwerden" wie Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Unruhe, Herzproblemen, Schwäche oder Antriebslosigkeit leidet, sollte auch die Schilddrüse checken lassen. - Foto: djd/www.forum-schilddruese.de/Getty

Leider wird diese nicht selten übersehen oder erst spät erkannt, da sowohl die Betroffenen selbst als auch der Arzt von typischen Alterserscheinungen ausgehen. Dabei könnte eine entsprechende Behandlung oft die Lebensqualität deutlich verbessern.  

Jeder Zweite über 45 mit kranker Schilddrüse  

Die Schilddrüse ist für einen gesunden Energiehaushalt und Stoffwechsel unverzichtbar. Bereits ab dem mittleren Lebensalter zeigen sich aber zunehmend Veränderungen wie Knoten, eine Über- oder Unterfunktion. In der groß angelegten Papillon-Studie, bei der bundesweit fast 100.000 Berufstätige untersucht wurden, war das wichtige Organ bei jedem Zweiten in der Altersgruppe der 46- bis 65-Jährigen erkrankt.  

Unspezifischen Altersbeschwerden, ständigem Frieren oder Schwitzen, einem Kloß im Hals oder deutlichen Gewichtsveränderungen sollte deshalb auf den Grund gegangen werden. Erste Hinweise auf eine Schilddrüsenerkrankung kann etwa ein Selbstcheck bieten, der unter www.forum-schilddruese.de heruntergeladen werden kann. Eine genaue Diagnose kann aber nur der Arzt stellen und dann je nach festgestellter Erkrankung die passende Behandlung einleiten.  

Hormone als Tabletten oder Tropfen

Die bei Senioren häufig auftretende Unterfunktion wird beispielsweise mit der Gabe des Schilddrüsenhormons Thyroxin behandelt. Dieses ist mit dem natürlicherweise in der Drüse produzierten Hormon chemisch identisch und bei richtiger Dosierung nebenwirkungsfrei.  

Bei Senioren, die unter Herzerkrankungen leiden, ist die Feineinstellung der Dosis besonders wichtig. Diese lässt sich gut mit Präparaten in Tropfenform erreichen, die auch bei anderen Vorerkrankungen wie Schluckbeschwerden oder Magen-Darm-Problemen empfehlenswert sind. Ansonsten gesunde Patienten bekommen in der Regel Tabletten verordnet. Ist der Körper ausreichend mit Schilddrüsenhormonen versorgt, kommt mit dem Stoffwechsel auch die Lebenslust wieder in Gang.  

Titelfoto: Schlafstörungen sind bei älteren Menschen keine Seltenheit. Doch es kann auch eine Schilddrüsenerkrankung dahinterstecken.  

Foto: djd/www.forum-schilddruese.de/Getty

 


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