Hotspot für die Batteriezellforschung

Der Oberbürgermeister Lewe besucht „FFB Workspace“: „Münster wird zum Hotspot für die Batteriezellforschung“.

Münster (SMS) Höchsten Respekt zollte Oberbürgermeister Markus Lewe den Forschern und Forscherinnen beim Besuch der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB, knapp ein Jahr nachdem der „FFB Workspace“ mit der Misch- und Beschichtungsanlage im „AlexProWerk“ der Alexianer Werkstätten startete. 

Mischen, beschichten, die Rezeptur prüfen und optimieren – so läuft das hochkomplexe Verfahren in der Anlage zur Herstellung innovativer Batteriezellen. Das Ziel der Forscher und Forscherinnen unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft: Sie wollen neue Batteriefertigungstechnologien effizienter, günstiger und in höchster Qualität ermöglichen. „Sie forschen hier für das Übermorgen", sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. „Diese Batteriezellforschung ist das innovative Vorzeigeprojekt in Münster von nationaler Bedeutung. Münster entwickelt sich zum Hotspot der Batteriezellforschung in Deutschland“, sagt Lewe.

Professor Jens Tübke, Geschäftsführender Leiter der Fraunhofer FFB, bedankt sich bei der Stadt Münster für die Unterstützung beim Aufbau der Forschungsfertigung. „Mit Hilfe der Wirtschaftsförderung Münster und den Alexianer Werkstätten haben wir hier im ‚FFB Workspace‘ unseren ersten Maschinenpark aufgebaut. Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern die Forschung an der Batteriezellfertigung voranbringen können“, so Tübke beim Rundgang durch den Workspace mit Oberbürgermeister Lewe. Mit der Misch- und Beschichtungsanlage zur Fertigung von Batteriezell-Elektroden könne die Fraunhofer FFB diese Prozessschritte jetzt schon erproben und die gewonnenen Erkenntnisse für den weiteren Aufbau der Einrichtung nutzen. „Das ist für die Entwicklung des Projekts besonders wertvoll“, betont Tübke.

680 Millionen Euro vom Bund und vom Land

Im Juni 2019 hatte Münster vom Bundesforschungsministerium den Zuschlag für den Aufbau und den Betrieb einer Forschungsfertigung für Batteriezellen erhalten. Der Bund investiert bis zu 500 Millionen Euro, das Land steuert weitere rund 180 Millionen Euro bei. In Deutschland soll damit eine leistungsfähige Batteriezellfertigung einschließlich der erforderlichen Infrastrukturen auf- und ausgebaut werden. Die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB in Münster soll zum Zentrum der Entwicklung einer modernen und skalierbaren Batteriezellproduktion für Deutschland und Europa werden.

Konkret erforschen die Experten und Expertinnen der Fraunhofer Gesellschaft mit den Projektpartnern des Batterieforschungszentrums MEET der WWU Münster, des Lehrstuhls PEM der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich eine Infrastruktur, mit der Industrieunternehmen, aber auch andere Forschungseinrichtungen, für die seriennahe Produktion neuer Batterien, die stetig optimiert werden können.

Seit Januar 2022 ist die Fraunhofer FFB eine selbstständige Einrichtung unter dem Dach der Fraunhofer-Gesellschaft. Enno Fuchs von der Wirtschaftsförderung der Stadt Münster betont: „Die Fraunhofer FFB ist ein nationales Einhorn, mit dem wir regionalen Unternehmen, internationalen Technologieführern und Startup-Unternehmen ein attraktives Umfeld in Stadt und Region bieten können." Es ist eines der größten Investitionsprojekte in Deutschland mit internationaler Strahlkraft. Die Wirtschaftsförderung Münster und die Technologieförderung haben schnell und unkompliziert den Start der FFB in Münster möglich gemacht, zum Beispiel durch die Vermittlung und Bereitstellung von Büro- und Werkstattflächen. Auch aktuell begleitet die Wirtschaftsförderung die Akteure beim weiteren Aufbau des Standorts. 

Der „FFB Workspace“ im „AlexProWerk“ der Alexianer Werkstätten ist der erste Schritt für die Batteriezellfertigung. Geplant sind nach vollständigem Aufbau der Infrastruktur rund 150 Mitarbeitende. Auf einer Fläche von 17 000 Quadratmetern soll bis Ende 2022 am Hansa-BusinessPark in Münster Amelsbüren der erste Bauabschnitt für den endgültigen Standort der Forschungsfertigung entstehen. Für diesen Bau hatte das Land NRW im Februar 2022 von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Münster (WFM) ein weiteres Grundstück erworben. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht außerdem bis zum Jahr 2025 ein zweiter Bau für die industrienahe Produktionsforschung mit Anlagentechnik im industriellen Maßstab. Die Gesamtfläche der Batteriezellfertigung am Hansa-BusinessPark wird dann mehr als 55 000 Quadratmeter umfassen. 

"Moderne, leistungsfähige und ökologisch hergestellte Batteriezellen sind eine Schlüsseltechnologie der Energiewende“, sagt Oberbürgermeister Lewe. „Energiewende und Klimaschutz gepaart mit Forschung und Wissenschaft – dieses Projekt passt perfekt zum Wissens- und Wirtschaftsstandort Münster“, so Lewe. Die Stadt Münster will auf Grundlage der Allianz für Wissenschaft Münster, in der führende Köpfe der Stadt, Wissenschaft und Wirtschaft eng verzahnt agieren, langfristig in dieses Kompetenzfeld investieren und davon profitieren. Das Entwicklungspotenzial liegt auf der Hand. Von einer hohen Wertschöpfung für die münstersche Wirtschaft und einem zusätzlichen Imagegewinn für den Innovationsstandort Münster ist auszugehen, sagt Lewe. „Als Stadt Münster stehen wir 100-prozentig hinter diesem Projekt, in allen Belangen.“ 


Stadt Münster 

Titelbild: Für das Übermorgen forschen: Dr. Falko Schappacher (MEET Batterieforschungszentrum der Uni Münster), Prof. Dr. Jens Tübke (Fraunhofer FFB), Dr. Florian Degen (Fraunhofer FFB) und Stefan Löher (Fraunhofer FFB), Enno Fuchs (Wirtschaftsförderung Münster), Mareike Erlenkötter-Fiekers (Alexianer Werkstätten) und Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (von links nach rechts) im "FFB Workspace"./WFM Münster/Martin Rühle



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