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„Schritt für Schritt zu nachhaltiger Mobilität“

Eine nachhaltige Mobilität in der Stadtregion Münster soll gewährleistet werden.

Münster/Münsterland. – Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen und die Handwerkskammer (HWK) Münster haben heute (14. Februar) ihren Diskussionsbeitrag für eine „Nachhaltige Mobilität in der Stadtregion Münster“ vorgestellt. Der Beitrag beinhaltet einen Fahrplan zur Umsetzung konkreter Maßnahmen, mit dem die Wirtschaft in einen konstruktiven Dialog mit Politik und Verwaltung treten möchte: „Wir zeigen damit auf, wie das gemeinsame Ziel einer nachhaltigeren und verträglicheren Mobilität in der Stadtregion aus unserer Sicht erreicht werden kann, und zwar Schritt für Schritt“, erklärte die Vorsitzende im IHK-Regionalausschuss für die Stadt Münster, Isabel Habla. 


Für ein nachhaltiges Mobilitätssystem werden derzeit vielfältige Maßnahmen vorgeschlagen und diskutiert. „Mit dem Diskussionsbeitrag ordnen wir die Realisierung der Maßnahmen pragmatisch auf der Zeitschiene ein. Zugleich zeigen wir die jeweiligen Voraussetzungen für ihre Umsetzung auf“, erläuterte Habla den neuen Ansatz und die Systematik des Diskussionsbeitrags. Bei dem vorliegenden Diskussionsbeitrag gehe es der Wirtschaft somit nicht darum, die bereits zahlreich in der Öffentlichkeit diskutierten Lösungsansätze zu erweitern. Vielmehr sollen die diskutierten Maßnahmenvorschläge in eine inhaltliche und zeitliche Struktur gebracht werden.

 

„Es geht es darum, aufzuzeigen, welche Voraussetzungen und Wechselwirkungen für die einzelnen Maßnahmen bestehen und in welchen Schritten es gelingen kann, zu einer nachhaltigeren Mobilität zu kommen“, so Habla. Dabei solle die Erreichbarkeit der Stadt für Pendler und Besucher „unter dem Strich nicht schlechter werden“, betonte die IHK-Regionalausschussvorsitzende. „Deshalb müssen aus unserer Sicht einzelne Beschränkungen für den motorisierten Individualverkehr mit einer spürbaren Verbesserung der Angebote bei Bussen und Bahnen, einhergehen“, nennt sie eine zentrale Rahmenbedingung.

 

Dies wiederum bedeutet aus Sicht von IHK und HWK, dass der Bund, das Land NRW, aber auch die Stadt Münster und die Münsterlandkreise letztlich mehr finanzielle Mittel für einen noch attraktiveren öffentlichen Verkehr bereitstellen müssten. Zudem müsse die Region prüfen, ob die bestehenden Zuständigkeiten und Planungsprozesse sich nicht noch stärker an den besonders nachfragestarken Verkehrsströmen zwischen der Stadt Münster und dem Umland orientieren sollten.

 

Zahlreiche Wirtschaftsverbände und Interessensgemeinschaften aus Münster unterstützen das Papier von IHK und HWK: DEHOGA Westfalen e.V. – Geschäftsstelle Münsterland, Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland e.V., Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel Münster e.V., Industriegemeinschaft Münster, Initiative starke Innenstadt Münster e.V., Kreishandwerkerschaft Münster und WIN Wirtschaftsinitiative Münster e.V.

 

„Die Veränderungen im Mobilitätssystem können nur im engen Schulterschluss zwischen der Stadt mit der angrenzenden Stadtregion bzw. den Münsterlandkreisen bewältigt werden“, skizzierte Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, eine zentrale Herausforderung. Deutlich mehr Arbeitsplätze und mehr Erwerbstätige bei beständig knappem und vergleichsweise teurem Wohnraum haben zwischen dem prosperierenden Oberzentrum Münster und seinem Umland zu einem stetig zunehmenden Pendlerverkehr und hieraus folgend zu einer regelmäßigen Überlastung der Verkehrsnetze geführt. Eine gute Erreichbarkeit sei für Münster auch zukünftig eine zentrale Voraussetzung, damit die Stadt die ihr zufallenden  Handels-, Dienstleistungs- und Versorgungsfunktionen für die Region wahrnehmen könne. „Münster hat hier auch eine Verantwortung für sein Umland“, betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer. 


„Eine Stärkung des Umweltverbunds liegt im natürlichen Interesse des Handwerks. So kann der Verkehr in der Stadtregion Münster entzerrt werden.“ Darauf wies Thomas Banasiewicz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, hin. „Das Handwerk lebt letztlich davon, seine Kunden erreichen zu können. Viele Handwerksunternehmen litten darunter, dass die Erreichbarkeit ihrer Einsatzorte vor allem in der Stadt immer aufwändiger würden. Bei den sich entwickelnden Auftragszahlen schmerzt es die Betriebe umso mehr, wenn An- und Abfahrtswege immer mehr Zeit kosten – Zeit, die letztlich fehlt für die eigentlichen Arbeiten vor Ort“, so Banasiewicz.

 

IHK und HWK untermauerten abschließend ihr Angebot, sich gemeinsam mit den Verbänden und Wirtschaftsinitiativen in die Umsetzung der verschiedenen Handlungsoptionen aktiv und konstruktiv einzubringen.


Industrie‑ und Handelskammer Nord Westfalen

Titelbild: © Witte/IHK Nord Westfalen