Biochemikerin erhält "Proof of Concept Grant"

Prof. Dr. Andrea Rentmeister nutzt Licht, um in Zellen eingefügte mRNA zu aktivieren und so die Herstellung von Proteinen in den Zellen zu kontrollieren.

Förderung für Forschungstransfer: Biochemikerin Prof. Dr. Andrea Rentmeister von der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster hat einen mit 150.000 Euro dotierten „Proof of Concept Grant“ des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) erhalten. Diese Zuwendung soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die für ihre wegweisende Forschung bereits eine Forschungsförderung durch den ERC erhielten, dabei unterstützen, ihre Ergebnisse auch kommerziell nutzbar zu machen. Andrea Rentmeister hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sie biochemische Prozesse im Inneren lebender Zellen mithilfe von Licht steuern kann. Gemeinsam mit dem WWU-Wirtschaftschemiker Prof. Dr. Jens Leker wird sie in den kommenden Monaten ausloten, wie es gelingen kann, dieses Verfahren marktfähig und für einen möglichst großen Anwenderkreis in der Grundlagenforschung und in der klinischen Forschung nutzbar zu machen.

Andrea Rentmeister, die im Jahr 2017 einen der begehrten „ERC Consolidator Grants“ erhielt, ist Professorin für Biologische Chemie und Biomolekulare Markierungschemie am Institut für Biochemie und Vorstandsmitglied des „Cells in Motion Interfaculty Centre“ (CiM) der WWU. Sie befasst sich mit der sogenannten Boten-RNA (mRNA), die eine wichtige Rolle bei der Protein-Herstellung in den Zellen spielt. Durch die erstmalige Zulassung von mRNA-Impfstoffen während der Coronapandemie sind diese Moleküle einem breiten Publikum bekannt. Andrea Rentmeister nutzt Licht, um in die Zellen eingefügte mRNA zu aktivieren und so die Herstellung von Proteinen in den Zellen zu kontrollieren. Diese neue Technik ist nutzbar, um Zellen zu markieren und sichtbar zu machen. Außerdem kann die Entwicklung der Zellen über die eingefügte mRNA in Zukunft möglicherweise gesteuert werden. Dieses neue Werkzeug sollen alle interessierten Wissenschaftler künftig unkompliziert anwenden können.

Jens Leker bringt seine Expertise im Bereich Innovations- und Technologiemanagement in das Projekt ein. „Jetzt geht es darum, in einem relativ kurzen Zeitraum von 12 Monaten herauszufinden, ob es sich lohnen würde, dieses innovative Verfahren für die Praxis verwertbar zu machen“, betont er. „Der ‚Proof of Concept Grant‘ ist dafür ein sehr gutes Format. Bislang finden nur wenige Projekte aus der Grundlagenforschung ihren Weg in die Anwendung. Die EU motiviert Spitzenforscher, in Richtung Transfer zu denken.“

Europaweit erhielten jetzt 166 vom ERC geförderte Forscher „Proof of Concept Grants“, darunter 13 aus Deutschland. Die Zuschüsse sind Teil des europäischen Forschungs- und Innovationsprogramms "Horizont Europa".


WWU Münster

Titelbild: Prof. Dr. Andrea Rentmeister / © WWU - Laura Grahn



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