Bio-Piraterie nimmt zu

"Wie Stevia & Co. geplündert werden": planet e. im ZDF über "Bio-Piraten"

Rooibostee, Stevia-Süße und Umckaloabo-Tropfen sind traditionelle Heilmittel indigener Völker. Doch die Profite gehen an internationale Großkonzerne. Die ZDF-Umweltdokureihe "planet e." beleuchtet am Sonntag, 13. Februar 2022, 16.30 Uhr, in "Bio-Piraten. Wie Stevia & Co. geplündert werden" das Phänomen Biopiraterie und zeigt, wie indigene Völker in Südafrika und Paraguay um Anerkennung ihres traditionellen Wissens und um die Bewahrung ihres Lebensraums kämpfen. Der Film von Julia Jäki ist ab Freitag, 11. Februar 2022, 10.00 Uhr, fünf Jahre lang in der ZDFmediathek verfügbar.   

Biopiraterie heißt das Vorgehen, wenn sich Firmen genetische Ressourcen oder das zugehörige traditionelle Wissen für Entwicklung oder Forschung aneignen, ohne einen Ausgleich dafür an die indigenen Völker bereitzustellen. Die Pai Tavytera im Nordosten von Paraguay haben die süßende Wirkung von Stevia entdeckt. Heute ist es ein Millionengeschäft, doch die Pai Tavytera haben nichts davon. Ähnlich ergeht es den Nachfahren der Khoi-Khoi und San: Die Ureinwohner Südafrikas haben als erste Rooibos zum Verzehr zubereitet. Heute wird die Pflanze kommerziell angebaut und weltweit vor allem als Rooibostee vertrieben.   

Im Kampf gegen Biopiraterie geht es nicht nur um Patentrechte und Geld, sondern vor allem auch um den Erhalt von Artenvielfalt. Denn die Urvölker verfügen über ein umfassendes Wissen und Naturverständnis. Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, UNESCO, und andere Institutionen erkennen indigene Völker heute als wichtige Bewahrer der Biodiversität an. Internationale Abkommen sollen dafür sorgen, dass Völker oder Ursprungsländer einen gerechten Vorteilsausgleich für den Zugang zu ihren genetischen Ressourcen erhalten. Doch in der Praxis funktioniert das nur selten. Es mangelt am Willen von Industrie und Politik, diesen Ausgleich zu zahlen. Und so grassiert Biopiraterie, besonders in den artenreichen "biodiversity hotspots" im globalen Süden. 

Auf einer kommerziellen Rooibos-Farm in den südafrikanischen Zederbergen wird Rooibos zum Trocknen und Fermentieren ausgebreitet. In frischer Form ist Rooibos grünlich, nach der Fermentation erhält er seine typische rote Farbe.
Copyright: ZDF/Julia Jaki



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