Junta in Mali provoziert den Westen

Die Junta in Mali verschärft den Kurs gegen den Westen und weist Frankreichs Botschafter aus.

Die Militärjunta im westafrikanischen Krisenland Mali, in dem auch die Bundeswehr aktiv ist, stellt die ohnehin schon angespannten Beziehungen zum Westen auf eine weitere Belastungsprobe: Der Botschafter der früheren Kolonialmacht Frankreich sei des Landes verwiesen worden, hieß es in einer am Montag im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung der Junta. Botschafter Joël Meyer sei darüber bei einer Vorladung ins Außenministerium in Bamako unterrichtet worden.

Meyer müsse das Land innerhalb von 72 Stunden verlassen, hieß es in der Erklärung der Militärherrscher. Deren Beziehung zur früheren Kolonialmacht Frankreich und dem gesamten Westen hatte sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert. 

Die Junta hat nicht nur die eigentlich für Februar geplanten Wahlen abgesagt, sondern arbeitet zunehmend enger mit russischen "Militärberatern" zusammen. Unter anderem Frankreich und die USA werfen der Militärjunta vor, dass sie sich unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung von russischen Söldnern der sogenannten Wagner-Gruppe unterstützen lässt.

Frankreich hatte unter Präsident François Hollande 2013 Soldaten nach Mali entsandt, um den Vormarsch dschihadistischer Milizen zu stoppen. Sein Nachfolger Emmanuel Macron hat sich bemüht, die Nachbarländer Malis und weitere europäische Staaten in den Kampf gegen die dschihadistischen Milizen mit einzubeziehen. 

Derzeit überlappen sich in Mali mehrere internationale Militäreinsätze, unter anderem eine UN-Mission und eine EU-Ausbildungsmission. An beiden ist auch die Bundeswehr mit insgesamt bis zu 1700 Soldaten beteiligt. Frankreich hat von den westlichen Ländern mit Abstand die meisten Soldaten in Mali im Einsatz.

jes/dja




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