Zukunft der Wirtschaft wird in Brüssel verhandelt

IHK-Präsidium im Dialog mit der EU - Hüffer: „Politik braucht Informationen aus den Betrieben“

Münster/Brüssel - Das Präsidium der IHK Nord Westfalen hat im Vorfeld der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab Juli 2020 seinen laufenden „Dialog mit der Politik“ mit einem Arbeitsbesuch in Brüssel fortgesetzt. „In Brüssel wurde uns in vielen Gesprächen verdeutlicht, wie wichtig die frühzeitige Kommunikation zu Anliegen der regionalen Wirtschaft ist. Unsere Gesprächspartner haben uns gespiegelt, dass sie auf die einzelbetrieblichen Informationen der regionalen Wirtschaft angewiesen sind, um die von der Europäischen Kommission geplanten Maßnahmen richtig einschätzen zu können“; resümierte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer. „Klar ist, dass die Zukunft der Wirtschaft gerade auch auf dem Brüsseler Parket verhandelt wird“, betonte Hüffer.

Das Präsidium der IHK Nord Westfalen diskutierte aktuelle Wirtschaftsthemen mit Vertretern von EU-Kommission, EU-Parlament und Bundesregierung. Ein Schwerpunkt lag auf dem von der EU angekündigten Green Deal und den Auswirkungen der von der Bundesregierung beschlossenen CO2-Bepreisung auf energieintensive mittelständische Unternehmen. Probleme sah das Präsidium hier in der unterschiedlichen Entwicklung zwischen dem europäischen Emissionshandelssystem und der deutschen CO2-Steuer. Unterschiedlich wurden auch die Chancen der Nutzung von Wasserstoff in der mittelständischen Industrie beurteilt.

Weitere Themen waren die Fortführung der Interreg-Förderung im Euregio-Raum sowie die Folgen des Brexits. Gesprächspartner waren unter anderem die EU-Parlamentarier Jens Geier (S&D) und Markus Pieper (EVP), die Vertreterin der Generaldirektion für Handel der EU-Kommission, Geraldine Emberger, und Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums in Brüssel.


Geraldine Emberger erläuterte, wie und von welchen neuen Freihandelsabkommen der EU auch die Region Nord-Westfalen profitieren kann. Sie regte an, dass sich die mittelständischen Unternehmen stärker in die laufenden Diskussionen in Brüssel einbringen sollten. Das bekräftigte abschließend auch Freya Lemke, Leiterin des DIHK Büros in Brüssel: „Wir sind auf Ihren Input angewiesen“, sagte sie. Die Unternehmen seien herzlich dazu eingeladen, ihre Anliegen hier in Brüssel einzubringen.


Fotos:

Im Dialog mit der EU: Das Präsidium der IHK Nord Westfalen führte zahlreiche Gespräche in Brüssel und lieferte Informationen aus der betrieblichen Praxis.

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Im Gespräch: Geraldine Emberger, Vertreterin der Generaldirektion für Handel der EU-Kommission, und IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer.

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