Tsunami-Alarm rund um die Welt

Ein Vulkanausbruch in Tonga löst rund um den Globus einen Tsunami-Alarm aus.

Ein Vulkanausbruch im Südpazifik-Inselstaat Tonga hat Tsunami-Alarm in mehreren Weltregionen ausgelöst. Die Erschütterungen durch den Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai verursachten am Samstag Flutwellen in Japan und den USA und lösten auch in Südamerika und Neuseeland Alarm aus. In Tonga entstanden ersten Angaben zufolge schwere Schäden, Berichte über Verletzte oder Todesopfer gab es zunächst nicht. Die USA boten dem Inselstaat ihre Hilfe an.

Eine Flutwelle habe in Teilen von Tongas Hauptstadt Nuku'alofa "bedeutende" Schäden angerichtet, teilte Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern am Sonntag mit. Berichte über Tote und Verletzte gebe es nicht. Nuku'alofa sei mit einer "dicken Schicht aus Vulkanasche bedeckt, aber ansonsten ist die Lage ruhig und stabil". Die Tongaerin Mere Taufa sagte der Nachrichten-Website "Stuff", ihr jüngerer Brider habe gedacht, "dass in unserer Nähe Bomben explodieren".

Laut Ardern war die Kommunikation mit Tonga durch die Beschädigung eines unter dem Meer verlaufenden Kabels unterbrochen worden. Neuseelands Luftwaffe werde einen Aufklärungsflug zu Tongas entlegeneren Inseln starten, wenn dies trotz der Vulkanasche möglich sei. US-Außenminister Antony Blinken erklärte im Onlinedienst Twitter, er sei "zutiefst besorgt um die Menschen in Tonga". Sein Land stehe "bereit, um unseren pazifischen Nachbarn Unterstützung zu liefern".

Auf Satellitenbildern waren die durch den Vulkanausbruch verursachten Erschütterungen zu erkennen. Der Hunga Tonga-Hunga Ha'apai stieß Rauch und Asche aus. Das Dröhnen des Vulkanausbruchs war auch auf den hunderte Kilometer entfernten Fidschi-Inseln zu hören.

Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum teilte später mit, die Tsunami-Gefahr sei vorüber. Die Erschütterungen durch den Vulkanausbruch entsprachen laut US-Erdbebenwarte USGS einem Erdbeben der Stärke 5,8 direkt an der Erdoberfläche. Außer in Tonga, den USA und Japan wurden auch in Fidschi, Vanuatu, Neuseeland, Australien, Ecuador und Chile Tsunami-Warnungen ausgegeben.

Japans Pazifik-Küste wurde von rund 1,20 Meter hohen Wellen getroffen. Die japanische Meteorologiebehörde warnte vor bis zu drei Meter hohen Wellen.

In mehr als 2300 Kilometer von Tonga entfernten Neuseeland wurden 120 Menschen aus nördlichen Küstengegenden in Sicherheit gebracht. Durch eine Riesenwelle in einem Jachthafen wurden mehrere Boote zerstört. Auch der beliebte Bondi Beach im australischen Sydney wurde vorsichtshalber vorübergehend geräumt.

Im kalifornischen Santa Cruz wurden Küstenstraßen überschwemmt und für den Verkehr gesperrt. Die Vulkan-Beobachtungsstelle in Alaska registrierte die Erschütterungen in Anchorage und Fairbanks - "6000 Meilen von dem Vulkan entfernt". Auch Peru meldete "anormale Wellen".

Selbst eine Wetterstation in Schottland registrierte wegen des Vulkanausbruchs einen Sprung bei seiner Luftdruckmessung. Es sei "einfach unglaublich, sich die Kraft vorzustellen, die eine Schockwelle um die Welt schicken kann", erklärte die Wetterstation.

Der neuseeländische Geologe Marco Brenna nannte die Auswirkungen des Vulkanausbruchs "relativ mild". Eine weitere Eruption mit stärkeren Folgen sei aber nicht auszuschließen.

Der Vulkan Hunga Tonga-Hunga Ha'apai liegt auf einer unbewohnten Insel, die etwa 65 Kilometer von Tongas Hauptstadt Nuku'alofa entfernt ist. Er war bereits am Freitag ausgebrochen, eine Tsunami-Warnung wurde kurz darauf wieder aufgehoben.

In den vergangenen Jahren war der Vulkan immer wieder aktiv. Er brach 2009 sowie 2015 aus. Beim zweiten Mal spie er so viel Gestein und Asche, dass eine ein mal zwei Kilometer große Insel entstand.

yb



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