Geflüchtete afghanische Ortskräfte treffen ein

Die Stadt Münster will besonders gefährdeten Personen Perspektiven bieten / Weitere Zuweisungen werden erwartet

Münster - (SMS) - 48 afghanische Geflüchtete - 18 Erwachsene und 30 Kinder – sind am vergangenen Donnerstag, 6. Januar, in Münster eingetroffen. Es handelt sich um so genannte Ortskräfte und ihre Familien, die die Stadt Münster - in Absprache mit der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg - über ihre Aufnahmeverpflichtung hinaus aufnimmt.

Bereits im August 2021, als die Übergriffe der Taliban auf die Ortskräfte eskalierten, hatte Münster zugesagt, bis zu 60 Geflüchtete aus Afghanistan zusätzlich aufzunehmen. "Ich freue mich sehr, dass wir dieses Versprechen nun einlösen und den Menschen aus Afghanistan aus ihrer besonderen Notsituation heraushelfen können", sagte Oberbürgermeister Markus Lewe.

Die Ortskräfte, die in Afghanistan für deutsche Behörden oder Organisationen gearbeitet haben und dadurch besonders gefährdet sind, wurden bereits im September aus dem Land gebracht und haben bisher in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes gelebt. Die Familien bezogen in Münster zunächst die zentrale Erstaufnahme auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne.

Die Mitarbeitenden des Sozialamtes hießen die Ankommenden nach ihrer Ankunft in Münster willkommen und organisierten die Unterbringung und Erstversorgung der Menschen. Außerdem haben sie mit den Familien über deren Bedarfe gesprochen und gaben erste Informationen über das hiesige Versorgungs- und Unterstützungssystem.

In etwa zwei Wochen werden die Familien in mehrere der 33 dezentralen und gut integrierten Einrichtungen im Stadtgebiet umziehen – so sieht es das Konzept zur Integration und Unterbringung von Geflüchteten der Stadt Münster vor. In den Einrichtungen angekommen, können die Kinder wohnortnah Kitas und Schulen besuchen, während ihre Eltern an Sprachkursen teilnehmen und erste Schritte zur Arbeitssuche unternehmen können. Während des Integrationsprozesses werden die afghanischen Geflüchteten sowohl von Mitarbeitenden der Stadt unterstützt als auch von Ehrenamtlichen, die teils schon seit vielen Jahren in der Geflüchtetenhilfe tätig sind.

In den nächsten Wochen werden weitere Zuweisungen afghanischer Ortskräfte erwartet. Als Mitgliedstadt im Bündnis "Städte Sicherer Häfen" hat Münster bereits 2020 beschlossen, im Rahmen der Seenotrettung zusätzliche Geflüchtete aufzunehmen. Dieses Kontingent wurde nicht ausgeschöpft.  Daher erklärte sich die Stadt bereit, zunächst bis zu 60 afghanischen Ortskräften einschließlich ihrer Familien, die vor den Übergriffen der Taliban flüchten müssen, eine Perspektive zu bieten.

Ende 2020 waren etwa 680 Menschen afghanischer Staatsangehörigkeit in Münster gemeldet. Ihre Zahl ist vor allem 2015 und 2016 stark gestiegen. Zwischen 2004 und 2014 waren es weniger als 200 Menschen aus Afghanistan, die in Münster gemeldet waren.



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