Kein leichtes Erbe

Gleichwohl hat der neue Präsident der Bundesbank Nagel sich bei seiner Amtseinführung am Dienstag sofort ins Lager der Falken begeben.

Frankfurter Rundschau - (ots) - Joachim Nagel übernimmt als neuer Präsident der Deutschen Bundesbank kein einfaches Erbe.

Die ultra-konservative Haltung seines Vorgängers Jens Weidmann - mit starrem Blick auf die Inflation - hatte keine Chance im EZB-Rat, dem alles entscheidenden Gremium für die Geldpolitik, eine Mehrheit zu finden.

Gleichwohl hat Nagel sich bei seiner Amtseinführung am Dienstag sofort ins Lager der Falken begeben. Das sind die Verfechter einer strammen Geldpolitik. Deren Grundthese, dass die Nullzinspolitik der EZB die Inflation zusätzlich anheizt, gewinnt zunehmend an Boden.

Andererseits aber wütet die Omikron-Variante in Europa. Die Gefahr besteht, dass bei einem zu schnellen Anziehen der geldpolitischen Zügel die Konjunktur wegbricht. Es wird in den nächsten Monaten viel Geschick brauchen, um die richtige Balance zu finden. Auch kommunikativ.

Da ist Nagel gefragt. Zu seinem Job gehört, den Menschen verständlich zu machen, was die EZB im Schilde führt.



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