Nordkorea testet ballistische Rakete

Nordkorea feuert mutmaßlich eine ballistische Rakete Richtung Meer ab.

Nordkorea hat offenbar erneut eine ballistische Rakete getestet. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs feuerte der Norden in der Nacht zu Mittwoch eine "mutmaßlich ballistische Rakete" ab, die östlich der Halbinsel im Meer landete. Der Nationale Sicherheitsrat zeigte sich bei einer Dringlichkeitssitzung "besorgt" über den Start, wie das Präsidialamt in Seoul erklärte. Auch Japan kritisierte den Raketentest.

Das südkoreanische Militär erklärte, die Rakete sei kurz nach Mitternacht (MEZ) in der an China grenzenden Provinz Jagang abgefeuert worden. Auch nach Einschätzung des japanischen Regierungschefs Fumio Kishida handelte es sich vermutlich um eine ballistische Rakete. Es sei "wirklich bedauerlich, dass Nordkorea seit letztem Jahr kontinuierlich Raketen gestartet hat", sagte er vor Journalisten. Die japanische Regierung analysiere den Vorfall, einschließlich der Flugbahn und der Anzahl der abgefeuerten Raketen.

"Bislang gibt es keine Berichte über Schäden an japanischen Flugzeugen und Schiffen", sagte Japans Regierungssprecher Hirokazu Matsuno. Wenn die Rakete eine "normale Umlaufbahn" genommen hat, dürfte sie nach Schätzungen der japanischen Regierung etwa 500 Kilometer weit geflogen und außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans im Meer niedergegangen sein.

Erst vergangene Woche hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un angekündigt, die militärischen Fähigkeiten seiner Streitkräfte weiter auszubauen. Im vergangenen Jahr hatte Pjöngjang mehrere Tests vorgenommen und nach eigenen Angaben unter anderem eine Hyperschall-Rakete abgefeuert.

"Ich gehe davon aus, dass Nordkorea sein Arsenal weiter ausbauen wird, um seine strategische Position in einer Zeit des politischen Wandels in der Region zu verbessern", sagte Jean Lee vom Woodrow Wilson International Center in Washington der Nachrichtenagentur AFP.

Pjöngjang unterliegt wegen seines Atom- und Raketenprogramms, das unter Kim rasche Fortschritte erzielt hat, zahlreichen internationalen Sanktionen. Diplomatische Bemühungen der USA brachten in den vergangenen Jahren keinen Erfolg.

Die Gespräche zwischen Washington und Pjöngjang liegen seit dem gescheiterten Gipfeltreffen Kim Jong Uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump 2019 weitgehend auf Eis. Die Regierung von Trumps Nachfolger Joe Biden betonte zwar wiederholt ihre Gesprächsbereitschaft und erklärte, sie werde Vertreter Pjöngjangs überall und ohne Vorbedingungen treffen. Bislang ging Kim, der den USA eine "feindselige" Politik vorwirft, darauf aber nicht ein.

Stattdessen kündigte er in seiner Neujahrsansprache eine "Stärkung der nationalen Verteidigungskapazitäten" an. "Pjöngjang sendet den USA die Botschaft, dass es sich nicht ändern wird und Washington deshalb nachgeben muss", sagte Shin Beom Chul vom Koreanischen Forschungsinstitut für Nationale Strategie.

Nordkorea gilt seit Jahren als äußerst verarmt. Die internationalen Sanktionen und die Corona-Pandemie führten zu einer Verschärfung der wirtschaftlichen Probleme und der Versorgungskrise in dem abgeschotteten Land.

bfi/noe



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