Zur Solidarität aufgerufen

Scholz und Bas rufen zur Solidarität in der Corona-Krise auf.

Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (beide SPD) haben zum Jahreswechsel die Bevölkerung zur Solidarität angesichts der Corona-Pandemie aufgerufen. Scholz forderte zudem insbesondere alle Ungeimpften nachdrücklich auf, die Impfung nun rasch nachzuholen. "Jetzt kommt es auf Tempo an. Wir müssen schneller sein als das Virus" sagte er in seiner vorab aufgezeichneten ersten Neujahrsansprache.

Seine Bitte sei: "Machen Sie gleich in den nächsten Tagen einen Termin bei einem Impfzentrum, bei einem Arzt oder einer Ärztin", sagte der Bundeskanzler. "Bitte verschieben Sie es nicht auf 'demnächst'." Wer geimpft sei, solle sich baldmöglichst boostern lassen. Er bekräftigte das Ziel, bis Ende Januar noch einmal 30 Millionen weitere Impfungen in Deutschland zu erreichen, damit "wir Corona im neuen Jahr endlich besiegen können".

Scholz forderte auch alle Bürgerinnen und Bürger auf, die geltenden Schutzmaßnahmen einzuhalten, gerade mit Blick auf die sich rasch ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus. "Bitte nehmen Sie diese Beschränkungen sehr ernst. Zu Ihrem Schutz, zum Schutz Ihrer Familien. Zum Schutz von uns allen", mahnte er. Auch wenn sich viele wieder nach einem normalen Leben sehnten - "abermals muss die große Silvester-Party ausfallen".

Scholz räumte ein, dass die unterschiedlichen Meinungen und Einschätzungen zu Corona "oft anstrengend" seien. Es gebe aber keine Spaltung der Gesellschaft. Vielmehr beobachte er "eine riesige Solidarität", "überwältigende Hilfsbereitschaft" und "ein neues Zusammenrücken und Unterhaken". Ausdrücklich dankte Scholz allen, die sich "für unsere Gesundheit und unsere Sicherheit" einsetzen, ob in Krankenhäusern und auf Pflegestationen oder in Polizei und Bundeswehr.

Bas rief dazu auf, ungeachtet unterschiedlicher Ansichten zum Umgang mit der Pandemie einander "ohne Empörung und erhobenen Zeigefinger" zu begegnen. "Mein Wunsch ist es, dass wir als Gesellschaft wieder zu der Solidarität und Verbundenheit zurückfinden, die uns zu Beginn der Pandemie so enorm geholfen und gutgetan hat", sagte Bas der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). 

"Dass es gelingt, unsere Gemeinsamkeiten und Stärken jenseits von Corona wiederzuentdecken, das ist meine Hoffnung für das neue Jahr", betonte die Bundestagspräsidentin.

Vorsichtig äußerte sich Bas zur raschen Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. Man solle hier "nichts übers Knie brechen", sagte sie der "NOZ". Einen Bundestagsbeschluss schon im Januar halte sie für "verfrüht". Das Parlament müsse sich gründlich mit dem komplexen und kontroversen Thema befassen. 

"Es geht immerhin auch um die körperliche Unversehrtheit der Menschen, und viele sehen diese bedroht", mahnte Bas. "Das gilt es ernst zu nehmen." Sollte es einen Beschluss zur Impfpflicht statt im Februar erst im März geben, dann wäre dies aus ihrer Sicht "völlig in Ordnung". Zudem mache eine Impfpflicht nur Sinn, wenn es auch ein nationales Impfregister gebe. Dazu hatte sich Scholz zuvor skeptisch geäußert.

bk/yb



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