Söder pessimistisch

Söder glaubt nicht mehr an die absolute Mehrheit für die CSU.

CSU-Chef Markus Söder glaubt nicht mehr an das Erreichen der für die CSU früher selbstverständlichen absoluten Mehrheit in Bayern. "Absolute Mehrheiten gibt es heute in Europa eigentlich nur noch in den Ländern, die den Umgang mit der Medienfreiheit wesentlich anders interpretieren als wir", sagte der in Bayern mit den Freien Wählern regierende Söder der "Augsburger Allgemeinen" vom Freitag.

Die Aussage Söders kommt überraschend, denn vor etwa einem Jahr lag die CSU in der Sonntagsfrage zur Landtagswahl noch im Bereich von absoluten Mehrheiten. Bei der Bundestagswahl holte die Partei allerdings nur noch 31,7 Prozent der Zweitstimmen.

Söder sagte, Bayern habe sich auch durch einen enormen Zuzug verändert. "Wir sind eine plurale Gesellschaft, die immer vielfältiger wird." Ganze Generationen junger Menschen kämen neu nach Bayern, hätten aber unterschiedliche Einstellungen und Erwartungen.

Zudem gebe es, anders als vor 20 Jahren, "breitere Angebote im bürgerlichen Parteienspektrum". "Es gibt die FDP, die Freien Wähler und – deutlich rechts vom bürgerlichen Lager – auch eine AfD", sagte Söder.

Als seinen Wunschkoalitionspartner in Bayern bezeichnete der CSU-Chef die Freien Wähler. "Die Freien Wähler sind unser bevorzugter Partner - es gibt immer wieder kleine Unterschiede, aber im Grundsatz arbeiten wir gut zusammen", sagte er.

Söder hatte sich vor der Bundestagswahl noch massiv mit Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger gestritten, der bis dahin eine Corona-Impfung für sich abgelehnt und offen um AfD-Wähler geworben hatte. Mittlerweile ist auch Aiwanger geimpft.

Zu alternativen Koalitionspartnern der CSU sagte Söder mit Blick auf die neue Bundesregierung: "Die Grünen und die FDP haben sich nun ohnehin für einen anderen Weg entschieden." In Bayern wird 2023 ein neuer Landtag gewählt.

ran/cfm



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