Sonderausstellung über Holocaust in der Bezirksregierung

Die Ausstellung will vor allem auf die ordinary activists der Judenverfolgung aufmerksam machen

Titelbild (v.l.n.r.): Christoph Spieker (Villa ten Hompel), Dorothee Feller (Regierungspräsidentin), Judith Neuwald-Tasbach (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen), Wolfang Weber (Leiter der Abteilung Schule, Kultur und Sport der Bezirksregierung Münster),  Sharon Fehr (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster), Margarita Voloj (Jüdische Gemeinde Münster), Kim Keen (Dezernat für Lehrerfortbildung bei der Bezirksregierung Münster) präsentieren geschlossen die Handreichung „Antisemitismus an Schulen“, die Lehrer auf den Umgang mit Judenhass vorbereiten soll.


„Kein Hitler, kein Himmler“ versichert der Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel Christoph Spieker den Anwesenden der Pressekonferenz im Lambertizimmer der Bezirksregierung bezüglich der Ausstellung und der Handreichung. Es solle mehr um die Alltagsbevölkerung während der Judenverfolgung gehen und nicht um die großen Namen oder Institutionen.

Die Ausstellung richtet sich primär an Schulklassen und soll dem angestiegenen Antisemitismus in Deutschland entgegenwirken. Antisemitismus sei gerade an Schulen, so sind sich alle Anwesenden sicher, ein Tabuthema und wird grundsätzlich kleingeschwiegen. Gerade aber die anwesenden Vertreter der jüdischen Gemeinde Neuwald-Tasbach, Voloj und Fehr berichten von alltäglichen Situationen von Schülern, die zeigen, dass der Antisemitismus längst wieder in Deutschland angekommen sei. Dieser sei teilweise bereits in der Grundschule zu verorten.


Abhilfe soll dabei nun eine Broschüre liefern, weil besonders Lehrer oftmals nicht wissen, wie sie mit Judenhass umgehen sollen und die jüdische Gemeinde anrufen. In Münster allerdings, als „Insel der Friedliebenden“, so berichtet Fehr, könne man die Kippa offen tragen, in Dortmund, Gelsenkirchen oder Ostdeutschland ginge dies nicht mehr.

Laut Weber sei der Synagogen- und Moscheenbesuch eine schulische Pflichtveranstaltung, der man als Schüler beizuwohnen habe. Immer wieder käme es zu Weigerungen, die wohl von den Eltern ausgehen. Besonders von muslimischen Schülern scheint hier eine Aversion auszugehen, berichtet Voloj, sich auf die eigene Erfahrung stützend.


„Einige waren Nachbarn“ ist eine Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum. Dementsprechend hatte man deren Direktorin, Sara J. Bloomfield, nach Münster eingeladen. Der Öffentliche Festakt findet am 31. Januar um 13 Uhr statt. Vor Ort werden auch die Antisemitismusbeauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Oberbürgermeister Markus Lewe sein. Die Moderation wird Thomas Köhler übernehmen, der ebenso den Schulklassen die Thematik näherbringen wird.



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Foto: Flo



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