Omikron-Fälle sprunghaft gestiegen

Die Zahl bestätigter Omikron-Fälle ist in Dänemark sprunghaft auf 183 gestiegen.

In Dänemark ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron sprunghaft gestiegen. Mittlerweile seien 183 Infektionen mit der zuerst in Südafrika festgestellten Variante nachgewiesen worden, teilten die dänischen Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Damit habe sich die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle im Land binnen 48 Stunden mindestens verdreifacht. Diese Entwicklung sei "besorgniserregend". In Großbritannien wurden inzwischen 246 Omikron-Fälle nachgewiesen.

Dänemark gehört zu den in Europa führenden Ländern bei der Sequenzierung von Coronaviren. Dadurch gelingt in dem EU-Land besonders oft der Nachweis bestimmter Varianten wie nun Omikron. Am Freitag hatte die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle nach Angaben der dänischen Gesundheitsbehörde SSI noch bei 18 gelegen, zudem gab es 42 Verdachtsfälle. 

SSI-Chef Henrik Ullum äußerte sich besorgt darüber, dass es in Dänemark inzwischen Infektionsketten gebe, die nicht im Zusammenhang mit Reiseaktivitäten stünden. Nach Behördenangaben gehen 38 Omikron-Fälle auf das Weihnachtsessen einer Firma in Westdänemark zurück. Zuvor waren bereits mehrere Infektionen mit der neuen Corona-Variante nach einer ähnlichen Veranstaltung in Viborg nachgewiesen worden. 

Omikron weist im Vergleich zum bisher gängigen Coronavirus 32 Mutationen auf, so dass eine höhere Übertragbarkeit befürchtet wird. Die neue Variante war vor gut einer Woche von Wissenschaftlern in Südafrika entdeckt worden. Seither wurde sie in immer mehr Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland. 

Wie viele andere Länder hatte Dänemark wegen der Omikron-Variante kürzlich seine Corona-Schutzmaßnahmen ausgeweitet. Am vergangenen Montag trat erneut eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Gesundheitseinrichtungen in Kraft. Am Mittwoch führte Dänemark verpflichtende Corona-Tests für Reisende aus Dubai und Doha ein, nachdem eine Infektion mit dem Omikron bei einem aus Katar eingereisten Menschen nachgewiesen worden war.

Auch die britische Regierung verschärft wegen der Omikron-Variante erneut die Einreisebestimmungen. Ab Dienstag müssen alle Reisenden schon bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen, wie das Gesundheitsministerium am Samstagabend bekanntgab. Die Zahl der bestätigten Omikron-Fälle im Vereinigten Königreich erhöhte sich am Sonntag auf insgesamt 246. Binnen 24 Stunden wurden 86 neue Fälle gemeldet.

Vor dem Hochschnellen der Zahlen in Dänemark waren nach Angaben der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC aus dem Europäischen Wirtschaftsraum, zu dem neben der EU auch Norwegen, Island und Liechtenstein gehören, insgesamt 182 Omikron-Infektionen verzeichnet worden.

Nach ECDC-Angaben vom Sonntag wurden inzwischen in 17 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums Omikron-Infektionen nachgewiesen. In Portugal gibt es demnach 34 Fälle, in Norwegen 19 und in den Niederlanden 18. Dahinter folgt Deutschland mit 15 Omikron-Fällen.

Die meisten Betroffenen, die sich mit der Omikron-Variante infizierten, seien zuvor in afrikanische Länder gereist, erklärte das ECDC. In mehreren Ländern, darunter Deutschland, seien aber auch Infektionen festgestellt worden, bei denen es keine Verbindung zu Regionen gebe, die als Virusvariantengebiete gelten. Dies deute darauf hin, dass es in diesen Ländern unentdeckte lokale Omikron-Übertragungen gebe.

bfi/jes



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