WWU Baskets setzen Siegesserie fort

87:76 gegen Iserlohn: Die Baskets holen den Sieg mit einem starken zweiten Viertel.

Tempo, Spiel der Phasen und hartes Stück Arbeit – das Spitzenspiel der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB zwischen dem Tabellenführer WWU Baskets Münster und dem Verfolger Iserlohn Kangaroos hielt, was es versprach. Am Ende von 40 hochintensiven Minuten gewannen die Uni-Städter am Samstagabend in der Münsteraner Halle Berg Fidel vor 1.800 begeisterten Fans verdient mit 87:76 (54:33). Grundstein des neunten Siegs nacheinander war das zweite Viertel, das die WWU Baskets mit 27:9 dominierten (Stimmen zum Spiel). In der Halbzeitpause erhoben sich die Fans von ihren Sitzen und verabschiedeten in einer wunderschönen Zeremonie mit Philipp Kappenstein, Jan König und Andrej König drei Club-Legenden mit ohrenbetäubendem Jubel. Gänsehaut-Momente.


Offensiv geprägter Auftakt


Jasper Günther, Ryan Richmond, Thomas Reuter, Stefan Weß und Adam Touray waren die Starter der WWU Baskets. Mit Kai Hänig und Cosmo Grühn fehlten ihnen wichtige große Akteure. In puncto Größe waren die Kangaroos überlegen. Beide Teams waren sofort in der Partie, spielten attraktiven Offensivbasketball. Hohe Trefferquoten bestimmten das Geschehen. Nach ausgeglichenem Start über 7:7 (2.), versenkte Frühstarter Stefan Weß bereits seinen zweiten Dreier zum 14:9 (5.). Helge Wezorke löste ein Eins-gegen-Eins mit schönem Step back jumper auf (18:14, 6.). Binnen 60 Sekunden zog das Team von Björn Harmsen mit Punkten von Helge Wezorke, Ryan Richmond und Andrew Onwuegbuzie erstmals mit größerem Vorsprung davon (25:16, 8.). Auf Augenhöhe spielende Kangaroos konterten postwendend mit ihren Vorteilen unter dem Korb über Tidjan Keita, Alexander Möller und Emanuel Francisco (27:23, 9.). Heimspiel-Debütant Rijad Avdić, emotionalisiert durch die Kulisse, sorgte mit seinen ersten Punkten in der Halle Berg Fidel aus der Mitteldistanz für die 27:24-Führung nach attraktivem ersten Viertel.


Traumviertel der WWU Baskets


Stefan Weß überzeugte mit Treffer Nummer drei und vier mit seiner ästhetischen Wurftechnik von jenseits der Drei-Punkte-Linie: hundertprozentige Trefferquote aus der Distanz (4/4) bis zur Pause (33:26, 12.). Flügelspieler Rijad Avdić feierte anschließend sein Dreipunktspiel mit dem Publikum. Das Team von Björn Harmsen spielte sich in einen Rausch, stellte mit seiner nun deutlich intensivierten Verteidigung Iserlohn vor schweren Aufgaben, erzwang bis zur Pause gleich 13 Turnover der Gäste bei nur fünf eigenen Ballverlusten. Adam Touray blockte Iserlohns Center Möller am defensiven Brett, Rijad Avdić versenkte im Gegenzug seinen extrem eng verteidigten Korbleger spektakulär. Die Halle tobte (40:28, 14.). Sage und schreibe fünf Spielminuten lang ließen die WWU Baskets keinen Korb der Gäste zu. Sie hatten den starken Iserlohner Offensivrhythmus des Auftaktviertels gebrochen, mit Toni Prostran den aktuell besten Aufbauspieler der Liga gut unter Kontrolle. Mit einem 12:0-Lauf erspielte sich der Gastgeber früh einen 20-Punkte-Vorsprung (48:28, 17.). Mit deutlicher, beruhigender Führung gingen die Münsteraner in die zweite Halbzeit (54:33). Überragender Akteur bis hierhin: Stefan Weß mit 16 Punkten und beeindruckenden Wurfquoten.


24-Punkte-Führung – Iserlohns Comeback


Im dritten Viertel machten die WWU Baskets zunächst unbeirrt weiter. Thomas Reuter streute gleich einen Dreier zur höchsten Führung der Partie ein (57:33). Auch nach 24 Spielminuten, als Jasper Günther mit klasse Aktion zum Korb auf 61:40 stellte, deutete wenig auf eine Trendumkehr hin. Doch plötzlich wendete sich das Blatt. Iserlohn überzeugte nun mit entschlossenen Aktionen, nutzte die Vorteile in der Größe konsequent und begann die Aufholjagd. Insbesondere Moritz Hübner und Center Alexander Möller waren von Münsters Defense kaum zu stoppen. Peu à peu verkürzten nun bessere Kangaroos bis zum Viertelende den hohen Rückstand: 67:56 nach 30 Minuten.


„Die Fans sind unglaublich“


Mit viel Intensität stemmten sich die Kangaroos weiter gegen die drohende Niederlage, erarbeiteten sich immer mehr das Momentum. Der Mannschaft von Dennis Shirvan schien nun nahezu Alles zu gelingen, während Münsters Wurfquoten in dieser viertelübergreifenden Spielphase in den Keller gingen (69:61, 32.). Adam Touray blockte Moritz Hünber, schien mit seinem anschließenden Dreipunktspiel Iserlohns Lauf in Grenzen zu halten. Doch Möller, Hübner und nun auch Prostran taten den Uni-Städtern weiter weh. Dazu bewegten diese den Ball zu wenig, verzettelten sich in Einzelaktionen. Nach vier Minuten im Schlussabschnitt waren 21 von zwischenzeitlich 24 Punkten Rückstand getilgt (73:70). Die WWU Baskets wackelten kurz, kamen aber nicht ins Grübeln. Sämtliche Fans fieberten mit, die Halle Berg Fidel gab den Push. Die Mannschaft holte nun wichtige Stopps, bevor das Spiel gänzlich kippen konnte. „Die Fans sind unglaublich“, sagte Rijad Avdić nach seiner Heimpremiere. Und offensiv rissen nun clever agierende Münsteraner unter der klugen Regie von Topscorer Ryan Richmond (20 Punkte) die Partie wieder an sich. Sein klasse Anspiel auf Adam Touray zum 79:70, Sekunden später war dessen Dunking nach Fastbreak das Ausrufezeichen des Münsteraner Zwischenspurts: Die Halle stand! Zehn Punkte in Serie zogen den Kangaroos schnell und vor der Crunchtime den Zahn (83:70, 37.) - Riesenjubel nach einem intensiven Spiel und einem ganz wichtigen Sieg vor der zweiwöchigen Spielpause.


Schweres Auswärtsspiel bei TKS 49ers


Nach der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause steht für die WWU Baskets die schwere Reise ins brandenburgische Stahnsdorf vor den Toren Berlins an. Am Sonntag, 5. Dezember, empfangen die TKS 49ers den ungeschlagenen Tabellenführer aus Münster zum Kampf um die nächsten wichtigen Punkte in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Die Gastgeber sind auch in dieser Saison eminent heimstark, mussten sich lediglich zuletzt dem „Team der Stunde“ des SC Rist Wedel knapp 77:80 geschlagen gegeben. Hochball des vorletzten Hinrundenspiels ist um 16.00 Uhr, die TKS 49ers übertragen via Facebook live.


BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB

WWU Baskets Münster – Iserlohn Kangaroos 87:76 (27:24/54:33/67:56)


WWU Baskets: Richmond (20), Viefhues (DNP), Günther (8, 6 Ass.), Weß (19/4, 6 Reb.), Sievers, Wezorke (4), Avdić (11, 6 Reb.), Pahnke (2), Touray (15, 5 Reb.), Onwuegbuzie (3/1), Reuter (5/1)

Iserlohn Kanagaroos: Marei, Loch, Dahmen, J. (12/3), Francisco (5), Prostran (8/1, 6 Ass.), Hübner (15/1), Keita (12, 6 Reb.), Kwast (DNP), Möller (8, 5 Reb.), Buß (4), Dizdar (7/1), Dahmen, R. (5/1)


Schiedsrichter: Holger Lohmüller, Mario Müller

Viertelergebnisse: 27:24 / 27:9 / 13:23 / 20:20

Zahlen & Fakten: Zweier-Quote: 50% (WWU Baskets) / 63% (Iserlohn); Dreier-Quote: 29% / 27%; Freiwurf-Quote: 76% / 50%; Assists: 15 / 19; Rebounds: 35 / 44; Turnover: 8 / 22.


Zuschauer: 1.800 (Halle Berg Fidel, Münster)

© WWU Baskets Münster

Bild: Markus Holtrichter



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