Kritik wegen Biontech-Begrenzung

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wegen der Begrenzung der Ausgabe von Biontech-Impfdosen an Hausärzte kritisiert.

Das Gesundheitsministerium werfe damit "Brocken in das Impfgetriebe", sagte Schwesig der "Bild am Sonntag". "Ich habe kein Verständnis mehr für dieses Hin und Her." Angesichts der schwierigen Corona-Lage forderte Schwesig, die angekündigte Begrenzung "unverzüglich" zurückzunehmen.

Das Ministerium hatte am Freitag angekündigt, dass die Höchstabgabemenge von Biontech-Impfstoff auf 30 Impfdosen pro Woche pro niedergelassenem Arzt oder niedergelassener Ärztin beschränkt werde. Hintergrund ist demnach, dass die Medizinerinnen und Mediziner derzeit zu mehr als 90 Prozent Biontech nachfragen. Das Ministerium warb dagegen dafür, vermehrt den Moderna-Impfstoff einzusetzen, da andernfalls ab Anfang kommenden Jahres der Verfall bereits eingelagerter Dosen drohe.

Mit der Frage befassen sich nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) am Montagnachmittag nun auch die Ländergesundheitsminister in einer Schaltkonferenz. Der derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Bayerns Ressortminister Klaus Holetschek (CSU), nannte die Lieferbegrenzungen in der "Bild am Sonntag" "inakzeptabel". Sie zerstörten Vertrauen und müssten "sofort zurückgenommen werden".

Andreas Gassen, Chef der deutschen Kassenärzte, zeigte sich angesichts der Biontech-Limitierung "fassungslos". Er betonte in der "Bild am Sonntag", dass die Moderna-Dosen nur bedingt weiterhelfen würden, weil sie nicht an Unter-30-Jährige gespritzt werden dürften, beim Transport empfindlicher seien und bei den Patienten erheblichen Beratungsbedarf auslösten.

© Agence France-Presse




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