Impfpflicht für Profis nicht vereinbar

Experte: Eine Impfpflicht für Profis wie Kimmich ist "nicht mit dem geltenden Recht vereinbar".

Eine Impfpflicht für Profi-Sportler wie Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich von Bayern München ist "nicht mit geltendem Recht vereinbar", sagte Arbeitsrecht-Experte Thomas Schulz dem SID. Bei den Profi-Fußballern handele es sich rein rechtlich gesehen um "normale Arbeitnehmer. Eine allgemeine 2G-Regelung für Arbeitnehmer gibt es allenfalls in bestimmten Ausnahmegruppen, nicht aber für die Allgemeinheit der Beschäftigten", sagte Schulz, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Hamburger Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek. 

Ob es unabhängig von einer gesetzlichen Vorgabe "möglich wäre, dass die Klubs ihre Spieler aufgrund ihrer Gesunderhaltungspflicht zu einer Impfung im Rahmen des Arbeitsverhältnisses verpflichten, wird in der juristischen Literatur unterschiedlich bewertet", sagte Schulz: "Nach meiner Ansicht überwiegt aber auch hier das Selbstbestimmungsrecht der Sportler, über eine Impfung selbst entscheiden zu können." 

Ungeimpfte Profisportler wie Kimmich, der dem FC Bayern wegen einer Quarantäne erneut nicht zur Verfügung steht, sollen nach Willen der Politik bald nicht mehr zum Einsatz kommen dürfen. Zurecht könne man "vortragen, die Fußballer werden gut bezahlt, sind Vorbilder auch für junge Menschen. Das ist der entscheidende Punkt. Und ich finde, da müssen sie sich auch benehmen wie Vorbilder", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bei Bild. 

Rechtliche Fragen sollen nun geklärt werden, kündigte Wüst an. "Ja, das muss jetzt genau geprüft werden, weil für die einen auf der Tribüne ist es Freizeit, für die da unten ist es Arbeit, das macht einen rechtlichen Unterschied", sagte der CDU-Politiker: "Aber ich finde, da müssen wir drüber kommen."



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